Volltext : Tausch, Joseph: ¬Das Bergrecht des österreichischen Kaiserreiches

20
meist  deutlich  aber  mächtig  geschichtet,  enthält  ungeordnete  Lager  von
Urfelsconglomerat,  Quarzgestein,  Thonschiefer,  ganz  vorzüglich
Bleiglanz  und  Blende,  mehr  in  Lagern  und  Stöcken  als  auf  Gängen ¬
  und  Steinkohlen,  welche  hier  zum  ersten  Mahle  auftreten,  und
den  Übergangskalk  mit  den  Felsarten  der  Flötzperiode  verknüpfen.
§.  25.
Die  Flötze  oder  secondären  Formationen  sind  zahlreich ¬
  und  ausgedehnt,  auch  wohl  in  ihrem  Character  so  verschieden,
daß  man  sie  in  untere,  mittlere  und  obere  Flötzgebilde  theilt.
Die  sehr  ausgedehnten  allenthalben  verbreiteten  untern  Flötzgebilde ¬
  sind  theils  chemischer,  theils  mechanischer,  selten  gemischter ¬
  Bildung,  meist  deutlich  geschichtet  mit  vielen  Biegungen.  Sie
enthalten  zahlreiche  Versteinerungen,  aber  keine  Trilobiten  mehr.
Zum  ersten  Mahle  treten  in  dieser  Abtheilung  Reptilien,  aber  noch
keine  Säugethiere  und  Vögel  auf.  Eigentliche  Metalle  erscheinen
hier  zum  letzten  Mahle,  meistens  in  Lagern,  Nestern,  Butzen,  selten =
  in  wahren  Gängen.
Man  unterscheidet  nach  der  beyläufigen  Altersfolge:  1.  Die  Formation ¬
  des  alten  rothen  Sandsteins  und  Bergkalks,  bestehend ¬
  aus  a)  Alaun  und  Thonschiefer,  b)  kohlenhaltigem  Kalkstein
mit  Lagern  und  Massen  von  Anthrazit,  Bleiglanz  mit  Blende  und  Eisenerzen, ¬
  und  c)  dem  röthlichen  Psammit  oder  alten  rothen  Sandstein.
Sie  ist  vielleicht  mit  der  Formation  der  körnigen  Grauwacke
und  des  Übergangs-  oder  Enkriniten-Kalkes  eine  und  dieselbe,  und
enthält  auch  gleiche  Versteinerungen.
2.  Die  alte  Steinkohlen=Formation  mit  sehr  deutlicher ¬
  aber  oft  abweichender  Schichtung  gegen  die  untern  und  obern
Gebilde.
Sie  besteht  aus  zahlreichen  Wechsellagern  von  Sandsteinen,
Conglomeraten,  Thonschiefer,  Schieferthon  und  Steinkohle,  worin
man  vorzüglich  Reste  von  Vegetabilien,  Farrenkräuter,  Lykopodien -
  rc.  und  Süßwasser=Conchylien  findet.  Von  Mineralien  und
Erzen  führt  sie  auf  Gängen  späthigen  Dolomit,  Baryt,  Quarz
und  etwas  Bleiglanz,  dann  sehr  häufig  Schwefelkies  und  Eisensteine.
Sehr  oft  findet  man  die  Kohlenformation  durchsetzt  und  verworfen
durch  Klüfte  und  Gänge  von  Porphir,  Melophir,  Eurit,  Basalt,
Basanit  und  Trappit.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer