Metadaten : Sandhaas, Georg: Germanistische Abhandlungen

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16)  aufaus ¬
  einer  andern  Stelle,  auf  welche  schon  Beseler
merksam  gemacht  hat,  nämlich
1.  Roth.  365.  Si  quis  alii  wadiam  et  fidejussorem  de
sacramento  dederit,  omne  quod  per  wadiam  et  fidejussorem
obligavit,  adimpleat  et  ille  qui  pulsat  et  wadiam  suscepit,
proximiores  sacramentales,  qui  nascendo  sunt,  debeat  nominare ¬
  tantum.  Excepto  illo,  qui  gravem  inimicitiam  cum  ipso,
qui  pulsatur,  commissam  habet  i.  e.  si  ei  plagam  fecerit,  aut
in  morte  eius  consenserit,  aut  res  suas  alio  thingaverit, ¬
  ipse  non  potest  esse  sacramentalis,  quamvis  proximus
sit,  eo  quod  inimicus  et  extraneus  esse  invenitur.
„Demjenigen,  welcher  einen  Eid  mit  Eideshelfern  schwören
sollte,  durften  nicht  solche  Verwandte  dazu  ausgewählt  werden,
die  einem  Fremden  ihr  Vermögen  durch  Thinr  zugewandt  hatten:
das  erschien  als  Zeichen  der  Feindschaft.  Daraus  ergibt  sich,
daß  den  Verwandten  kein  Mittel  gegeben  war,  die  Vergabung
)."
des  Vermögens  v.  T.  w.  an  einen  Fremden  zu  verhindern
16)  A.  a.  O.  S.  120.  121.
17)  Daß  die  Lombarden  auch  bei  onerosen  Veräußerungen  kein  Beispruchsrecht ¬
  der  Verwandten  kannten,  ergibt  sich  schon  aus  den  Grundsätzen
über  Vergabungen  v.  T.  w.  Sogar  ein  ausdrückliches  Zeugniß  dafür
erblickt  aber  Kraut,  Vormundsch.  Bd.  II,  S.  448,  Note  2  in
l.  Liutpr.  22  (4,  4).  Si  qua  mulier  res  suas  consentiente  marito  suo
communiter  venumdare  voluerit,  ipse  qui  emere  vult,  vel  illi  qui  vendunt,
faciant  notitiam  ad  duos  vel  tres  parentes  ipsius  mulieris,  qui  propinquiores ¬
  sunt  :  et  si  in  praesentia  de  ipsis  parentibus  suis  mulier  illa  violentiam ¬
  ac  pati  dixerit,  non  sit  stabile,  quod  vendiderit.  Nam  si  in  praesentia ¬
  ipsorum  suorum  parentum  vel  judicis,  qui  in  loco  praefuerit,  mulier
violentiam  se  pati  non  reclamaverit,  nisi  sua  voluntate  ipsas  res  se  dixerit
venundare,  tunc  ab  illo  die  omni  tempore,  quod  vendiderit,  stabile  debeat
permanere.
In  diesem  Gesetze  Liutprands  wird  verordnet,  bei  Veräußerungen  von
Frauengut  durch  den  Ehemann  mit  Einwilligung  seiner  Frau  solle  die
Freiheit  der  Zustimmung  der  Frau  durch  die  Zuziehung  der  Verwandten
und  aushülfsweise  des  Richters  erfolgen.
„Hätten,  meint  nun  Kraut,  die  nächsten  Erben  ein  Anfechtungsrecht
gehabt,  so  würde  die  darin  enthaltene  Verordnung  gar  nicht  nöthig  ge=
            
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