Metadata : Schütze, Yvonne: Innerfamiliale Kommunikation und kindliche Psyche

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  Eltern  von  den  Kindern,  lebensgeschichtlich  bedingte
Neu-  und  Umorientierungen  eines  Familienmitgliedes  usw..
Die  besondere  Konfliktanfälligkeit  diffuser  Sozialbeziehungen,
die  durch  den  weiten  Spielraum  möglicher  Rolleninterpretationen -
  bedingt  ist,  wird  noch  verstärkt,  wenn  man  die  Kleinfamilie
im  Zusammenhang  mit  außerfamilialen  Systemen  sieht.  So  ist  zum
Beispiel  zumindest  der  Vater,  der  nach  wie  vor  in  Familien  mit
jüngeren  Kindern  durch  seine  Einkünfte  die  materielle  Situation
der  Familie  bestimmt,  zu  einem  ständigen  Role-Shifting  zwischen
spezifischer  Rolle  in  der  Berufswelt  und  diffuser  Rolle  im  Familiensystem -
  gezwungen.  Weiterhin  kann  die  Kleinfamilie  in  Konfliktfällen -
  kaum  auf  außerfamiliale  Instanzen  rekurrieren,  die
den  Konflikt  für  sie  schlichten  oder  lösen  könnten,  vielmehr
ist  sie  darauf  angewiesen,  selbständig  Konfliktlösungsstrategien -
  zu  entwickeln,  die  nicht  nur  den  Systembestand,  sondern
gleichzeitig  auch  die  Identität  der  beteiligten  Familienmitglieder -
  sichern.
Das  durch  das  Fehlen  von  "Affektivitätsnormen"  bedingte  Dilemma -
  familialer  Systeme,  generiert  eine  Reihe  von  Hess  und
Handel"  zu  einem  Katalog  zusammengefaßter  Strukturprobleme,
mit  denen  jedes  Familiensystem  konfrontiert  wird  und  die  in
irgendeiner  Weise  zu  bewältigen  sind.
1  Beziehungen,  in  denen  komplementäre  Erwartungen  nicht  hergestellt -
  werden,  beschreibt  Wynne  als  amorphe  Rollenstrukturen. -
  Beziehungen,  in  denen  Rollendefinitionen  institutionalisiert -
  und  affektive  Solidarität  auf  die  Ebene  von  Normen
transportiert  wird,  können  wir  mit  Wynne  als  rigide  Rollenstrukturen -
  bezeichnen.  (Vgl.  hierzu  das  folgende  Kapitel
über  pathogene  Familiensysteme.)
Eine  solche  Instanz,  die  die  Bewältigung  familialer  Konflikte -
  von  außen  steuern  und  lösen  kann,  stellt  die  besonders -
  in  Amerika  schon  relativ  verbreitete  Institution
sind  es  nur  Ausnahmefälle,
der  Ehetherapie  dar,  dennoch
Gebrauch  gemacht  wird.  Vor
in  denen  von  der  Ehetherapie
einer  solchen  Institution
allem  ist  die  Inanspruchnahme
fällt  für  Angehörige  der
offenbar  schichtgebunden  und
Unterschicht  so  gut  wie  völlig  aus.
Vgl.  Hess  und  Handel:  "The  Family  as  a  Psycho-social
In:  Handel  (Hrsg.):  The  Psycho-social  Interior
Organization"
Chicago  1967.
of  the  Family.
            
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