Inhaltsverzeichnis : Zweiter Band (2)

Vom  Fruchtleben.
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Eier  vom  Salamander  sah  Spallanzani  (Nr.  16.  S.  71)  von
Zeit  zu  Zeit  sich  bewegen  und  wieder  ruhen,  und  v.  Baer  sah
Spuren  animaler  Bewegungskraft  am  Amnion  des  Hühnerembryo.
II)  Alle  thierische  Embryonen  sind  anfangs  gleich  den  Pflanzen
ohne  merkliche  Bewegung.  Erst  einige  Tage,  ehe  die  Insectenlarve
aus  dem  Eie  kriecht,  bewegt  sie  sich,  wenn  man  sie  reizt;  Embryonen ¬
  von  Fröschen  oder  Kröten  blieben  ohne  Bewegung,  wenn  sie
Spallanzani  (Nr.  16.  S.  16  und  40)  reizte  oder  dem  Sonnenlichte ¬
  aussetzte;  Schlangenembryonen  werden  nach  Herholdt
(Nr.  362.  S.  74),  ehe  sie  geathmet  haben,  durch  den  Galvanismus ¬
  wenig  afficirt;  eben  so  äußert  dieser  nach,  Erman  auf  jüngere
Hühnerembryonen  keine  Wirkung;  und  Bichat  (Nr.  103.  II.,  1.
Abthl.  S.  263  fgg.)  sah,  daß  je  jünger  der  Embryo  eines  Säugethieres ¬
  ist,  um  so  schwerer  Bewegungen  durch  Reizmittel  zu  erregen ¬
  sind,  und  bei  dem  Tode  auch  die  Reizbarkeit  der  Muskeln  sogleich ¬
  erlischt,  daß  diese  erst  kurz  vor  der  Geburt  lebhafter  und  anhaltender ¬
  sich  äußert,  aber  immer  weniger,  als  nach  der  Geburt.
h)  Bei  mehreren  Mollusken  ist  eine  rotirende  Bewegung  des
Embryo  (§.  377.-47  beobachtet  worden,  nämlich  bei  Cyclostoma
viviparum  von  Swammerdam,  bei  Lymnaeus  stagnalis  von
Stiebel  und  Carus,  bei  Paludina  impura  und  Physa  fontinalis ¬
  von  Pfeiffer,  bei  Buccinum  undatum,  Purpura  lapillus,
Doris,  Eclis  und  mehreren  anderen  von  Grant  (Nr.  196.  XVIII.
S.  307  fgg).  Nach  Carus  ist  es  beim  Lymnäus  eine  rein  rhythmische ¬
  Drehung  des  Embryo  um  seine  Queraxe,  durch  Bewegung
des  hinteren  Leibesendes  gegen  den  Kopf  vermittelt,  wozu  sich  eine
fortschreitende  Bewegung  in  kreisförmiger  Bahn  an  den  Wänden
des  Eies  gesellt,  so  daß  der  Embryo  gleich  einem  Planeten  sich  umwälzt, ¬
  oder  gleichzeitig  sich  umdreht  und  umläuft,  und  zwar  nur
bis  zu  der  Zeit,  wo  die  freie  willkührliche  Bewegung  erwacht.  Ob
bei  den  übrigen  Mollusken  die  Umdrehung  um  die  Queraxe  erfolgt,
und  ob  sie,  wie  Grant  behauptet,  bei  mehreren  durch  Bewegungsfäden ¬
  (Wimpern)  bewirkt  wird,  die  zu  den  Seiten  des  Mundes  stehen ¬
  und  nach  der  Enthüllung  zum  Schwimmen  dienen,  ist  wohl
noch  genauer  zu  untersuchen;  daß  sie  aber  willkührlich  sey,  ist  um
so  unwahrscheinlicher,  da  sie  nach  Grant  eintritt,  ehe  noch  das
            
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