Contents : Deutsche Rechtsalterthümer (1)

182

250
einleitung.  symbole.  stein.
bemerkt:  fingularis  modus  rei  alicujus  dimittendae  memoratus
in  transactione  a.  1085  ex  archivo  S.  Victoris  malfil,  ohne  ihn
mitzutheilen.  [Vgl.  Mendoza  guerra  de  Granada  ed.  Val.  1776
4°  cap.  2  pag.  11:  despues  de  haverse  le  hecho  alguna  refistencia
apedreandole  el  adarga  (que  es  entre  ellos  refpuelta  de  rompimiento). ¬

Nach  röm.  recht  konnte  jedem,  der  unberechtigt  einen  bau
aufführte,  einhalt  gethan  werden,  damit,  daß  man  einen  kleinen
stein  in  den  neuen  bau  warf;  das  hieß  novi  operis  nuntiatio;
später  scheint  der  einspruch  bloß  wörtlich,  ohne  steinwurf,  ergangen ¬
  zu  sein,  muste  aber  auf  dem  grund  und  boden  felbst
geschehen:  in  re  ipsa  nuntiatio  facienda  est,  ut  confestim  ab
opere  discedatur.  Dig.  39.  1,  5.  Die  einzige  stelle  über  das
steinwerfen  ist,  so  viel  ich  weiß,  bei  Ulpian  in  dem  angeführten
fragm.  Dig.:  melius  esse  eum  per  manum  idest  lapilli  ictum
(vulg.  jactum)  prohibere,  quam  operis  novi  nuntiatione  (nämlich
mit  bloßen  worten).  Ob  nun  dieser  rechtsgebrauch  von  der
zeit  der  Römer  her  bis  ins  späte  mittelalter  lich  in  einzelnen
gegenden  fortgepflanzt  oder  als  eigne  landesfitte  gegolten  habe?
das  ift  die  frage.  Wenigstens  beschreibt  eine  occitanische  urk.  vom
j.  1407  den  hergang  umständlicher:  denuntiabat  novum  opus  et  in
lignum  hujuscemodi  denuntiationis  et  prohibitionis  per  jactum  unius
lapilli  dixit  in  dicto  novo  opere  existentibus:  denuntio  vobis  opus
novum,  item  per  jactum  secundi  lapilli  dixit:  ego  denuntio  vobis
opus  novum.  item  limiliter  per  jactum  tertii  lapilli.  Ducange  f.  v.
nuntiatio  n.o.  [Nuntiatio  novi  operis  lapilli  jactu  zu  Lübeck  1278-82.
Lappenberg  im  civ.  mag.  6,  219.  Nach  Groenewegen  de  legibus
abrogatis  (Amsterd.  1669)  p.  293  soll  auch  das  symbol  in
Brabant  üblich  gewesen  sein.  Dennoch  hätte  es  vorläufig  geringen ¬
  anspruch  darauf,  unsern  deutschen  rechtsalterthümern
beigezählt  zu  werden,  wenn  ich  mich  nicht  eines  sprichworts
erinnerte:  der  teufel  hat  leinen  /tein  darunter  geworfen,  d.  h.
er  lucht  den  begonnenen  bau  zu  Itören  und  zu  hemmen.
Volkslagen  handeln  genug  von  solchen  steinen  (deutsche  sagen
nr.  198.  199.  200;  vgl.  Pertz  mon.  1,  372).  Hängt  damit  zufammen, -
  daß  es  nach  falischem  recht  beschimpfte,  einen  stein
über  eines  dach  zu  werfen?  (lapidem  super  tectum  jactaverit  in
illius  contumeliam.  lex  fal.  77,  1  [Behrend?  p.  144).)
Außerdem:
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer