Vierter Abschnitt.
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in der That göttliches Vergnügen, zu ihrem Glücke
beytragen zu können. Er kannte zu gut die Abwechselungen -
der menschlichen Schicksale, als daß er
von der Höhe auf den Geringern hätte herabsehen
sollen. Wie oft sagte er: der Vorzug der Ehrenstellen -
sey nicht allemal ein Beweis vorzüglicher
Verdienste. Jene hangen oft bloß von Nebenumständen, -
kräftigen Unterstützungen, gutverwebten
Kabalen ab; diese sind eigenthümlich, und nur
das denkende Publicum bestimmt ihren Werth.
Die Redlichkeit war in seinen Augen eine der schätzbarsten -
Tugenden, und die Verstellungskunst, so
wie aller gesellschaftliche Zwang, verhaßt. Er erschien -
selten bey Hofe, ausser wenn der königliche
Befehl oder eine Feyerlichkeit seine Gegenwart erforderte. -
Die einsame Muße und ein Cirkel von
wenigen Freuden war ihm weit reizender. Es sind
indessen auch die größesten Weisen von Temperamentsfehlern -
nicht frey, und dazu rechnet man die
schnell aufwallende Lebhaftigkeit, wovon die Empfindlichkeit -
seines Herzens und das natürliche
Feuer vielleicht die Quelle war. Daher rüͤhrte die
nicht allemal rathsame Offenherzigkeit, und sein oft
unzeitiger Enthusiasmus für gewisse philosophische
Favoritmeynungen. Einen gefaßten Unwillen
gegen jemand zu verbergen, war ihm beynahe nicht
möglich; doch ließ er sich auch eben so leicht wieder
durch Gründe besänftigen. So wird das Licht in
einem Gemälde durch den Schatten erhöht!
Schwache Körper, die von empfindlichen und
zu wirksamen Seelen bewohnt werden, können auf
die
Max-Planck-Institut für