Metadata : Beyträge zu der juristischen Litteratur in den preußischen Staaten (Sammlung 1 (1775))

Vierter  Abschnitt.
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in  der  That  göttliches  Vergnügen,  zu  ihrem  Glücke
beytragen  zu  können.  Er  kannte  zu  gut  die  Abwechselungen -
  der  menschlichen  Schicksale,  als  daß  er
von  der  Höhe  auf  den  Geringern  hätte  herabsehen
sollen.  Wie  oft  sagte  er:  der  Vorzug  der  Ehrenstellen -
  sey  nicht  allemal  ein  Beweis  vorzüglicher
Verdienste.  Jene  hangen  oft  bloß  von  Nebenumständen, -
  kräftigen  Unterstützungen,  gutverwebten
Kabalen  ab;  diese  sind  eigenthümlich,  und  nur
das  denkende  Publicum  bestimmt  ihren  Werth.
Die  Redlichkeit  war  in  seinen  Augen  eine  der  schätzbarsten -
  Tugenden,  und  die  Verstellungskunst,  so
wie  aller  gesellschaftliche  Zwang,  verhaßt.  Er  erschien -
  selten  bey  Hofe,  ausser  wenn  der  königliche
Befehl  oder  eine  Feyerlichkeit  seine  Gegenwart  erforderte. -
  Die  einsame  Muße  und  ein  Cirkel  von
wenigen  Freuden  war  ihm  weit  reizender.  Es  sind
indessen  auch  die  größesten  Weisen  von  Temperamentsfehlern -
  nicht  frey,  und  dazu  rechnet  man  die
schnell  aufwallende  Lebhaftigkeit,  wovon  die  Empfindlichkeit -
  seines  Herzens  und  das  natürliche
Feuer  vielleicht  die  Quelle  war.  Daher  rüͤhrte  die
nicht  allemal  rathsame  Offenherzigkeit,  und  sein  oft
unzeitiger  Enthusiasmus  für  gewisse  philosophische
Favoritmeynungen.  Einen  gefaßten  Unwillen
gegen  jemand  zu  verbergen,  war  ihm  beynahe  nicht
möglich;  doch  ließ  er  sich  auch  eben  so  leicht  wieder
durch  Gründe  besänftigen.  So  wird  das  Licht  in
einem  Gemälde  durch  den  Schatten  erhöht!
Schwache  Körper,  die  von  empfindlichen  und
zu  wirksamen  Seelen  bewohnt  werden,  können  auf
die
Max-Planck-Institut  für
            
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