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Fünftes Buch. Kap. I.
absolute Gewißheit verlangt werden, sondern es muß genügen, daß
der Gewinn in hohem Grade wahrscheinlich, und die Aussicht dazu
so begründet war, daß außerordentliche Ereignisse sich hätten ereignen ¬
müssen, um sie zu vereiteln, und dahin allein führen auch
die gesetzlichen Beispiele von solchem lucrum interceptum, val.
§. 10. J. de lege Aquilia (4. 31), I. 3. si quadrup. pauper.
fec. dit. (9, 1), 1. 23. pr. ad leg. Aquil. (9, 2), l. ult. de
his qui dejec. (9, 3), l. 11. ad exhib. (10, 4), l. 3. de cond.
furt. (13, 1), l. 19. de usur. (22, 1), l. 35. pr. de legat. III.,
Gesterding, Nachforsch I. Nr. 1.
2) Eben so ist auch nicht blos der unmittelbare, sondern auch
der mittelbare Schaden, also das gesammte Interesse, zu ersetzen, ¬
vgl. 1. 21. 23. ad leg. Aquil. (9, 2), §. 10. J. eod.
(4, 3), l. 1. pr. de act. emt. vend. (19, 1), l. 8. de evict.
(21, 2), und als Beispiele davon kommen unter andern vor, wenn
Jemand ein Pferd aus einem Viergespanne tödtet, und dadurch auch
den Werth der übriggebliebenen Thiere vermindert, 1. 22. §. 1.
ad leg. Aquil. (9, 2), wenn dadurch, daß eine schuldige Leistung ¬
unterlassen wird, für den Gläubiger noch der Nachtheil entsteht, ¬
daß er nun einer ihm obliegenden Verbindlichkeit nicht genügen ¬
kann, und darum eine Konventionalbuße bezahlen, oder hingegebene ¬
Pfänder verkaufen lassen muß, 1. 2. §. 8. de eo quod
certo loco (13. 4), vgl. l. 22. pr. ad leg. Aquil., wenn die
schlechte Beschaffenheit einer schuldigen Leistung noch anderweite
Schäden hervorgerufen hat, z. B. durch die Lieferung eines morschen ¬
Balken ist ein Haus eingestürzt, durch ein erkauftes krankes
Thier ist eine ganze Heerde angesteckt u. dgl. 1. 13. §. 1. de act.
emti vend. (19, 1).Mit -
diesen Grundsätzen scheinen aber zwei Stellen in entschiedenem ¬
Widerspruche zu stehen, nämlich 1. 19. de peric, et
cum rei vend. (18, 6):
Hermogenian. „Venditori si emtor in pretio solvendo
moram fecerit, usuras duntaxat praestabit, non omne
omnino, quod venditor mora non facta consequi potuit.
veluti si negotiator fuit, et pretio soluto ex mercibus
plus, quam ex usuris quaerere potuit“.
und 1. 21. §. 3. de act. emti et vend. (19, 1):
Paulus. „Quum per venditorem steterit, quominus rem
tradat, omnis utilitas emtoris in aestimationem venit.
quac modo circa ipsam rem consistit. Neque enim, si
potuit ex vino, puta, negotiari et lucrum facere, id
aestimandum est, non magis, quam si triticum emerit,
et ob cain rein, quod non sit traditum, familia ejus fame