Metadaten : Sechster Band (6)

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Siebzehntes  Buch.
§.  900.
Stämme  bei  ihrer  Mündung  in  die  genannten  Venen  nicht  selten
getheilt.  Ob  nun  das  Lymphsystem  auch  noch  an  andern  Stellen ¬
  in  Venen  mündet,  ist  eine  für  die  Physiologie  nicht  unwicha. ¬
  tige  anatomische  Streitfrage.  a)  Lippi  hatte  behauptet,  daß  die
Lymphgefäße  sowohl  in  ihren  Wurzeln  mit  Venen  in  offnem  Zusammenhange ¬
  stehen,  als  auch  bei  ihrem  weitern  Verlaufe  häufig
in  Venen  münden,  namentlich  in  die  innere  Schamvene,  Nierenvene, ¬
  Pfortader,  unpaarige  Vene  und  Hohlvene.  Allein  es  ist,
besonders  durch  Fohmann  (Nr.  733.  I.  S.  4  fgg.),  Panizza
(Nr.  737.  p.  68  sqq.)  und  Lauth  (Nr.  735)  erwiesen,  daß
dergleichen  Einmündungen  frei  liegender  Lymphgefäße  zwar  den
Fischen,  Amphibien  und  Vögeln,  aber  nicht  den  Mammalien
eigen  sind,  und  daß  Lippi  kleine  Venenzweige  für  Lymphgefäße
angesehen  haben  muß.  Hiermit  ist  nicht  geleugnet,  daß  solche
Verbindungen  als  Varietäten  vorkommen  können,  wie  denn
Wutzer  (Nr.  681.  1834.  S.  311  fgg.)  dergleichen  Fälle  anführt ¬
  und  die  eigene  Beobachtung  von  einem  in  die  unpaarige
Vene  mündenden,  in  seinem  obern  Theile  aber  verschlossenen
b.  Bruststamme  (ductus  thoracicus)  mittheilt.  —  b)  Der  ältere
I.  F.  Meckel  (Nr.  721.  p.  11.  16  sqq.)  sah  Injectionen  aus
den  Lymphknoten  des  Magens  in  die  linke  Magennetzvene  und
aus  denen  des  Halses  und  der  Achseln  in  Hals=  und  Schlüsselbeinvenen ¬
  übergehen;  auch  ließ  er  mehrere  aus  Lymphknoten  in
die  Magenvene  tretende  Lymphgefäße  abbilden  (Nr.  723.  tab.  IV).
Späterhin  (Nr.  722.  p.  5  sqq.)  bemerkte  er,  daß  die  aus  den
Lymphknoten  in  Venenstämme  gehenden  Gefäße  Venenzweige  waren, ¬
  und  nahm  daher  an,  daß  innerhalb  dieser  Knoten  eine  unmittelbare ¬
  Verbindung  von  beiderlei  Gefäßen  sei,  indem  die  den
Knoten  zugeführte  Flüssigkeit  zwar  leichter  in  austretende  Lymphgefäße ¬
  trete,  durch  Druck  aber  auch  in  Venen  getrieben  werden
könne.  Abernethy  (Nr.  184.  II.  S.  235  fgg.)  glaubte  in  den
Gekrösknoten  von  Walfischen  offene  Mündungen  der  Blutgefäße
zu  sehen  und  trieb  bei  andern  Thieren  Luft  aus  den  Lymphknoten
in  Venen,  aber,  wie  er  glaubte,  vermittelst  austretender  Lymphgefäße. ¬
  Fohmann  widerlegte  die  Annahme  offener  Mündungen
innerhalb  der  Lymphknoten  (Nr.  734.  p.  13)  und  eines  Über¬
            
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