Inhaltsverzeichnis : Sechster Band (6)

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Achtzehntes  Buch.
§.  927.
eingetauchten  und  an  seiner  Spitze  gefüllten  Schnabel  in  die
Höhe  halten,  so  daß  die  Flüssigkeit  weiter  in  die  Mundhöhle  eine. ¬
  fließt.  e)  Das  eigentlich  menschliche  Trinken  hält  das  Mittel
zwischen  Schlürfen  und  Eingießen,  und  unterscheidet  sich  auch  dadurch, ¬
  daß  die  Flüssigkeit  durch  ein  besonderes  Werkzeug,  und  sei
es  auch  nur  die  hohle  Hand,  zum  Munde  geführt  wird.  Das
Geschirr  wird  so  gehalten,  daß  das  Getränk  abwärts  in  den
Mund  fließen  kann;  die  Unterlippe  wird  an  das  Geschirr,  die
Oberlippe  an  die  Oberfläche  der  Flüssigkeit  gelegt  und  hierauf  die
Zunge  zurückgezogen  und  eine  Einathmungsbewegung  gemacht.
Die  auf  solche  Weise  theils  eingegoßne,  theils  eingesogene  Flüssigkeit ¬
  sammelt  sich  in  der  durch  die  aufgestiegene  Zungenwurzel
und  das  herabgezogene  Gaumensegel  nach  hinten  abgeschloßnen
Mundhöhle,  bis  diese  gefüllt  ist,  und  wird  dann  mit  einem
Mahle  verschluckt.
§.  928.  Zur  Aufnahme  fester  Nahrung  wird  A)  im  Allgegemeinen ¬
  und  beim  Menschen  insbesondere  der  Mund  geöffnet
und  die  Mundhöhle  in  ihrem  Höhendurchmesser  verlängert,  was
durch  die  Dehnbarkeit  ihrer,  hauptsächlich  vom  Buccinator  und
von  Haut  und  Schleimhaut  gebildeten  Seitenwandung,  der  Backen,
a.  möglich  gemacht  wird.  a)  Dies  wird  hauptsächlich  durch  ein
Herabziehen  des  Unterkiefers  bewirkt,  wozu  ein  verhältnißmäßig
geringer  Muskelapparat  erforderlich  ist,  da  er  schon  beim  Nachlassen ¬
  der  Thätigkeit  seiner  Hebemuskeln  durch  seine  Schwere
herabsinkt.  Die  Muskelwirkung  dabei  geht  aber  von  dem  durch
den  Sternohyoïdeus,  Thyreohyoideus  und  Omohyoideus  nach
unten  befestigten  Zungenbeine  aus,  indem  die  hier  angesetzten
Mylohyoideus,  Geniohyoideus  und  besonders  der  Biventer  maxillae ¬
  den  Unterkiefer  herabziehen;  bei  Raubthieren  ist  letzterer  zu
einem  kräftigen  und  weiten  Aufsperren  des  Mauls  besonders  stark.
b.  b)  Die  Mundspalte  wird  zugleich  geöffnet  durch  die  Aufwärtszieher ¬
  der  Oberlippe  und  die  Abwärtszieher  der  Unterlippe;  so  wie
durch  den  die  Mundwinkel  aus  einander  ziehenden  Buccinator.
Diese  sämmtlichen  Muskeln  nämlich  sind  nach  Analogie  der  plastischen ¬
  die  Längenmuskeln  der  Mundhöhle,  welche  dem  RingB. ¬
  muskel  der  Lippen  entgegenwirken.  B)  Bei  Thieren,  welche
            
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