Full text : ¬Der deutsche Civilprozess (2)

de  patria  potestate,
131
834.  Seite:  Rundo  im  deutschen  Privatrecht  §.  614.
(4)  Nicht  einmal  in  das  Zuchthaus  kann  ein  Vater  seinen  Sohn  ohne  Einwilligung -
  der  Obrigkeit  setzen  lassen.  Müller  ad  Leyser  obs.  89.  Man  sehe  oben
§.  102.  not.  3.
(5)  Pufendorf  Tom.  1.  Obs.  98.  §.3.  Es  ist  also  falsch,  wenn  Franzk.  Ex.  2.
Qu.  4.  in  fin.  schreibt,  es  sey  bey  uns  kaum  ein  Schatten  der  väterlichen  Gewalt =
  übrig.  Man  s.  Barth  diss.  de  emancipat.  Saxon.  §.  1.  in  collect.  diss.
P.  815.
(6)  Leyser  Sp.  17.  med.  1.  Müller  ad  Leyser  obs.  87.  Iensen  de  patr.  potest.
p.  76.
(7)  Gudelinus  de  iure  novissimo  lib.  1.  C.  15.  Matthaei  commentar.  ad  Inst.
h.  tit.  §.  2.  n.  8.  sqq.  p.  277.  sqq.  Thomasius  de  usu  practico  tituli  Inst,  de
patria  potestate,  cap.  2.  p.  10.  in  collect.  diss.  vol.  3.  n.  98.  p.  678.  Beyer
in  iur.  German.  lib.  1.  cap.  26.  §.  42.
(8)  Strube  rechtl.  Bed.  2.  Th.  68.  Bed.
(9)  Hert  diss.  de  pluribus  hominibus  personam  unam  sustinentibus,  sect.  1.
§.4.  opusc.  Vol.  2.  Part.  3.  pag.  44.  Barth  hodég.  forens.  cap.  4.  §.  9.  p.
799.  et  in  diff.  cit.  §.  2.  Leyser  spec.  21.  med.  5.  Wernher  part.  6.  observ.
189.  Hommel  diss  de  usu  hodierno  patriae  potest,  cap.  3  §.78.  Renz  diss.
cit.  th.  20  Heimburg  diss.  difficillima  emancipationis  capita  §.  48.  seqq.
Müller  ad  Leyser  tom.  I.  obs.  103.  Bryusich  comment.  cit.  part.  4.  Ruppenthal ¬
  ex  cit.  sect.  3.  Wenn  die  persönliche  Einheit  wegfällt,  so  fällt  auch
das  ganze  ius  sui  heredis  mit  seinen  wichtigen  Wirkungen  weg,  und  dieß  hat
doch  noch  kein  Rechtsgelehrter  von  Ansehen  zu  behaupten  gewagt.
§.  105.  Pflichten  des  Vaters.
Die  Rechte  der  väterlichen  Gewalt  haben  wir  bisher  kennen  gelernt.
Sie
führt  aber  auch  eine  Beschwerde  bey  sich:  die  Verbindlichkeit  nemlich
die  Kinder  zu  ernähren.  Weigert  sich  dessen  der  Vater,  so  setzt  die  Obrigkeit
den  Kindern  eine  gewisse  Summe  aus,  mehr  oder  weniger,  nachdem  des  Vaters =
  Stand  und  Vermögen  größer  oder  geringer  ist.  Indessen  fließt  diese
Verbindlichkeit  nicht  aus  der  väterlichen  Gewalt,  sondern  aus  der  nahen  Verwandtschaft; =
  denn  auch  die  natürlichen  Kinder  (das  heißt,  die,  welche  mit  einer
Concubine  erzeugt  waren)  mußte  der  Väter  ernähren,  und  heutzutage  muß  er
+17
Wenn  der  Vater  todt,
allen  unehelichen  Kindern  die  Alimente  geben
oder  ausser  Stand  ist,  die  Kinder  zu  ernähren:  so  sind  die  Mutter  und  die
Großeltern  (*2)  dazu  verbunden.
(1)  Stryck  in  usu  moderno  lib.  25.  tit.  3.  §  2.
(2)  Viele  Juristen  legen  auch  den  Geschwistern  die  Pflicht  auf,  arg.  L.  4.  D.  ubi
pupill.  L.  15.  §.  2.  D.  de  administ.  tut.  L.  1.  §.  2.  de  tutel.  et  rat.  distr.  Nach
diesen  Gesetzen  darf  ein  Vormund  die  Alimente,  welche  er  der  Schwester  seines =
  Pupillen  gereicht  hat,  in  Rechnung  zur  Ausgabe  bringen.  Sande  decis.
Fris.  lib'a.  tit.  8.  def.  2.  Stryck  l.  c.  §.  22.  Allein  daraus  folgt  jene  Verbindlichkeit ¬
  der  Geschwister  selbst  noch  nich  S.  Boelner  nov.  ius  controv.  tom.  2.
obs.  150.  Popp  diss.  de  imperfecta  fratrûm  sororumque  ad  se  invicem  alenR ¬
  2
            
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