Contents : ¬Die ehelichen Erbrechte nach Lübischem Rechte (200)

Erster  Abschn.  §.  13.  Das  Sondergut  2c.  Forts.
Item  volo,  quod  Talcke  et  Telseke,  mee  filie,  uti  et
frui  debent  illis  X  Marcarum  redditibus,  quos  habeo
in  domo  Marquardi  Gronewoldes  apud  S.  Jacobum
ad  tempora  earum  vite,  quolibet  anno  perfruendis,
in  subsidium  denariorum  ludencium  proprie
Spelepenninge,  et  earum  mariti  nullo  modo
se  imbrigant  cum  redditibus  eisdem;
Auch  werden  noch  jetzt  solche  Güter  der  Frau  in  Lübeck ¬
  Spillgelder  genannt.  Während  aber  nach  älterm
Rechte,  wie  wir  gesehen  haben,  das  Charakteristische
derselben  lediglich  darin  bestand,  daß  sie  der  vogteilichen
Herrschaft  des  Mannes  entzogen  waren,  hat  man,  nachdem
die  Juristen  später  die  Güterrechte  der  Eheleute  aus  einer
unter  ihnen  stattfindenden  gesetzlichen  allgemeinen  Gütergemeinschaft ¬
  zu  erklären  angefangen  hatten,  und  diese
Idee  nach  und  nach  die  herrschende  geworden  ist,  auch
das  Wesen  der  Spillgelder  darin  gesetzt,  daß  sie  von  der
ehelichen  Gütergemeinschaft  eximirt  seien,  und  daraus,
wie  wir  später  sehen  werden,  in  Beziehung  auf  das  Erbrecht ¬
  Folgen  abgeleitet,  die  dem  ältern  Rechte  nicht  entsprechen. ¬

§.  14.
Ueber  die  eheliche  Errungenschaft.
Aus  den  Vortheilen,  welche  das  Fränkische  Recht,
zunächst  das  der  Uferfranken*7)  und  das  in  diesem  Punkte
vielleicht  aus  derselben  Quelle  geflossene  Recht  der  Westphalen*72), ¬
  der  überlebenden  Wittwe  aus  der  ehelichen
47)  L.  Ripuar  Tit.  37.  Cap.  2.  ..  et  tertiam  partem  de
omni  re,  quam  simul  colloboraverint,  sibi  studeat  evindicare.
47a)  L.  Saxonum  Tit.  9.  De  eo  quod  vir  et  mulier  simul ¬
  conquisierint,  mulier  mediam  porcionem  accipiat:  hoc  apud
Westfalos.  Eichhorn  St.  u.  R.  Gesch.  Th.  I.  §.  62b.

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