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Die Double-Bind-Theorie
Bateson u.a. gehen in ihrem Konzept davon aus, daß eine in
ihrer Struktur höchst ambivalente bis hostile Mutter-Kind-Beziehung -
bestimmte verzerrte Kommunikationsmuster, eben Double-Binds -
generiert. Kommunikationsmuster mit der formalen Struktur
eines Double-Binds gelten somit als Indikatoren einer pathogenen
Mutter-Kind-Beziehung beziehungsweise einer pathogenen Familienstruktur, -
wenn der Vater miteinbezogen wird“. Die formale Charakterisierung -
eines Double-Binds leitet Bateson aus Russels
"Theorie der logischen Typen" ab, deren Hauptthese besagt, daß
zwischen einer Klasse und ihren Elementen Diskontinuität besteht, -
daß weder die Klasse ein Element ihrer selbst sein kann,
noch kann eines ihrer Elemente die Klasse selbst bilden, da
der für die Klasse geltende Begriff einem anderen logischen
Abstraktionsniveau entstammt als die Begriffe, mit der die Elemente -
einer Klasse bezeichnet werden. Diese für die formale Logik -
geltende Diskontinuität zwischen einer Klasse und ihren
Gliedern gilt nun nach Bateson nicht für normale umgangssprachliche -
Kommunikation, denn "diese Diskontinuität (wird) in der
Psychologie realer Kommunikation ständig und zwangsläufig aufgehoben"", -
gleichwohl aber, das heißt, obwohl also die Aufhebung -
dieser Diskontinuität als Merkmal normaler umgangssprachlicher -
Kommunikation gilt, folgert Bateson andererseits: "Daß
wir a priori mit dem Auftreten einer krankhaften Veränderung
im menschlichen Organismus rechnen müssen, wenn bestimmte formale -
Strukturen dieser Aufhebung in der Kommunikation zwischen
(Unterstreichung von mir).
Mutter und Kind auftreten"
1
Bateson, u.a.: "Auf dem Weg zu einer Schizophrenie-Theorie"
In: Schizophrenie und Familie. Frankfurt a.M. 1969.
2
Vgl. Weakland: "Double-Bind-Hypothese und Dreier-Beziehung".
In: Schizophrenie und Familie. Frankfurt a.M. 1969.
3 Bateson, a.a.O., S. 12.
4 Ebenda.