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Dr. Engel ist Freihändler und man sagt, er
habe die Vorstandschaft des preußischen statistischen
Bureaus niedergelegt, weil er seine Kenntnisse nicht
in den Dienst des Schutzolles stellen wollte, zu dem
sich
Fürst Bismarck i. J. 1878 bekehrte. Auch die
Zeitschrift „Die Nation“, in welcher er seine Arbeit
über „unser tägliches Brod“ veröffentlichte, ist freihändlerisch. ¬
Die Nutzanwendung dieser Kreise ist
nämlich: weil Deutschland auf den Kopf seiner
Bevölkerung jährlich 26,42 Klgr., das sind ein
Siebtel oder 14,2 Procent seines Gesammtbedarfs an
Brodgetreide einführt, so darf es diese Einfuhr nicht
mit einem Zolle belegen, weil es sich sonst selbst die
Nahrung vertheuert. Die Freihändler setzen nämlich
voraus, daß jeder Zoll ganz oder fast ganz genau im
Verhältniß seiner Höhe sich im Brodpreise ausdrücke.
Lir werden diese Behauptung gegen Schluß des
Capitels noch näher betrachten und wenden uns einstweilen ¬
zu einem anderen und zwar zu dem wichtigsten
Einwande der Freihändler gegen die Getreidezölle.
Ist auch der kleine Bauer an den Getreidezössen ¬
interessirt?
Ein Blick auf die landw.
Betriebsstatistik. Der Haupteinwand der Freihändler
gegen Getreidezölle besteht darin, daß sie sagen: die
meisten Landwirthe im deutschen Reiche (es gilt dies
aber auch für Frankreich, Belgien, Oesterreich, Holland,
candinavien u. s. w.) bauen kein Getreide für den
Handel, ja kaufen noch Getreide zu, und haben daher
an den Getreidezöllen kein Interesse; dieses Interesse
findet sich blos bei den großen Landwirthen, den
adeligen, den Ritterguts= und bürgerlichen Großgrundbesitzern, ¬
welche Getreide in den Handel zu geben im
Stande sind.
Prüfen wir diese Behauptungen. Ihre statistische
Grundlage findet sie für Deutschland in der Berufszählung ¬
vom 5. Juni 1882. Damals wurde auch
eine landwirthschaftliche Betriebsstatistik
aufgenommen und diese scheint bei oberflächlicher