16 -Für -
Schulpädagogen sind die mageren Ergebnisse der medienvergleichenden -
Studien im Grunde nicht verwunderlich. Ob bestimmte
Lehr- oder Lernmittel sich mehr oder weniger positiv auf das
Lernen auswirken, hängt immer auch davon ab, wie sie verwendet
werden und in welchem Kontext dies geschieht. Medien werden im
Unterricht von Lehrern eingesetzt, die sich nicht nur hinsichtlich -
ihrer fachlichen, didaktischen und methodischen Qualifikationen -
sehr stark voneinander unterscheiden können, sondern auch
hinsichtlich ihrer sozialen und erzieherischen Kompetenzen. Sie
gestalten den Unterricht ihren spezifischen Voraussetzungen und
Zielen entsprechend und führen mehr oder weniger günstige Lernsituationen -
herbei, die von ihren Schülern konstruktiv mitgestaltet -
oder auch gestört werden. Ein bestimmtes Medium ist
immer nur ein Teil der komplexen Gesamtsituation, in der Lernen
stattfindet und auf die Lernerfolge bezogen werden müssen. Das
heißt auch, daß mit Hilfe von Informationen über die in dieser
Situation verwendeten Medien nichts über die Qualität des Unterrichts -
ausgesagt werden kann.
Sicher gibt es Lehr- oder Lernmittel, die sich besser als andere
zur Behandlung bestimmter Unterrichtsinhalte oder -themen
eignen, die Entscheidungen über erfolgversprechende Methoden
implizieren oder die bestimmten Lernzielen besonders adäquat
sind. Im Fremdsprachenunterricht, zum Beispiel, ist der Einsatz
auditiver oder audiovisueller Medien, die die Schüler mit dem
Sprachgebrauch von "native speakers" bekannt machen, gleichbedeutend -
damit, daß die Förderung des Hörverstehens als Teil
der Kommunikationsfähigkeit für wichtig gehalten wird, das
heißt, daß das in den Lehrplänen formulierte Ziel, den Schülern
eine zweite Verkehrssprache verfügbar zu machen, ernstgenommen
wird. Im Sachunterricht, um ein weiteres Beispiel zu geben, ist
die Durchführung von Lerngängen gleichbedeutend damit, daß
versucht wird, den Schülern unmittelbare sinnliche Erfahrungen
zu vermitteln. Ob oder wie gut dies dem einzelnen Lehrer gelingt, -
bleibt vollkommen offen, denn selbstverständlich führt
der Einsatz bestimmter Lehr- oder Lernmittel nicht zwangsläufig