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der Himmelskugel geht, weil seine Pole in den Horizont
fallen, durch den Scheitelpunkt, und die Sonne erhebt sich
zur Zeit der Tag- und Nachtgleichen bis zu dem Scheitel;
so daß zu dieser Zeit ein senkrecht stehender Stab keinen
Schatten wirft. Zur Zeit des Sommer= und Wintersolstitiums ¬
steht also die Sonne im Mittag am weitesten von
dem Scheitel, im ersten Fall gegen Norden, im zweyten
gegen Süden ab, ihre Mittagshöhe ist am kleinsten und
dem Complement der Schiefe der Ekliptik gleich, und die
Schatten fallen im Sommersolstitium auf die Südseite, im
Wintersolstitium auf die Nordseite der Körper, welche ihn
werfen. Versteht man, wie in unsern Gegenden, unter
dem Sommer die Zeit der grösten, und unter dem Winter
die Zeit der kleinsten Mittagshöhe der Sonne; so giebt es
an einem unter dem Aequator liegenden Ort in jedem Jahr
zwey Sommer und zwey Winter. Aehnliche Erscheinungen ¬
müssen sich an jedem Ort der Erde zeigen, dessen Polhöhe ¬
kleiner als die Schiefe der Ekliptik ist, weil alsdenn
der Durchschnittspunkt des Aequators mit dem Meridian
einen kleineren Abstand vom Scheitel hat, als die gröste
Abweichung der Sonne oder die Schiefe der Ekliptik beträgt.
Wird die nördliche Breite oder Polhöhe der Schiefe
der Ekliptik, folglich die Aequatorshöhe (§. 29.) ihrem
Complement gleich; so steht der im Meridian befindliche
Punkt des Aequators um die Schiefe der Ekliptik vom Zenith ¬
gegen Süden ab. Folglich geht die Sonne im Sommersolstitium ¬
durch den Scheitel, und steht im Wintersolstitium ¬
um die doppelte Schiefe der Ekliptik von dem Scheitel ¬
gegen Süden ab. Eben so verhält es sich bey einer der
Schiefe der Ekliptik gleichen südlichen Breite, wenn man
Sommer und Wintersolstitium miteinander verwechselt.
Zwey Parallelkreise des Erdåquators, welche beyderseits
um die Schiefe der Ekliptik von ihm abstehen, und, wie
die ihnen ähnlich liegenden an der Himmelskugel (§. 38.)
Wendekreise heißen, schließen also eine Zone der Erdoberfläche ¬
ein, auf welcher alle diejenige Orte liegen, deren
Scheitel die Sonne erreichen kann, und die man daher den
heißen Erdstrich (Zona torrida) nennt.