Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

677
legten  Durchschnitt  befindlichen  Theilchen  gezeigt  werden.
Wenn  also  die  Erde  mit  einer  durch  ihren  Mittelpunkt  C
auf  CS  senkrechten  Ebene  AB  geschnitten  wird;  so  wird  die
Schwere  ihrer  Theilchen  auf  beyden  Seiten  dieser  Ebene  nach
einer  auf  ihr  senkrechten  Richtung  durch  die  Attraction  der
Sonne  ihren  Abständen  MO  von  der  Ebene  AB  proportional ¬
  vermindert  (n.  1.),  und  nach  einer  auf  DE  senkrechten
Richtung  MP  den  Abständen  MP  proportional  vergroßert
(u.  2.).  Folglich  kann,  wenn  die  Erde  als  flüßig  angenommen ¬
  wird,  das  Gleichgewicht  des  Fluidums  nur  alsdenn
bestehen,  wenn  sie  die  Gestalt  eines  elliptischen  Sphäroids
hat,  welches  durch  die  Umdrehung  einer  Ellipse  um  ihre  große
Axe  beschrieben  wird  (§.  353.),  und  die  Axe  dieses  Sphäroids ¬
  gegen  die  Sonne  gerichtet  ist.  Bey  der  Umdrehung
der  Erde  um  ihre  Axe  werden  die  Pole  dieses  Sphåroids
nach  und  nach  anderen  Punkten  der  Oberfläche  der  Erde  entsprechen, ¬
  und  namentlich  zur  Zeit  der  Tag=  und  Nachtgleichen ¬
  den  Umfang  des  Erdäquators  durchlaufen.  Aehnliche
Bewegungen  werden  durch  die  Attraction  des  Monds  hervorgebracht ¬
  werden,  woraus  diejenige  Erscheinungen  entstehen, ¬
  welche  unter  dem  Namen  der  Ebbe  und  Fluth  bekannt
sind.  Zur  Zeit  der  Syzygien  ist  die  Erhöhung  des  Meers
eine  Wirkung  der  Summe  der  anziehenden  Kräfte  der  Sonne
und  des  Monds,  zur  Zeit  der  Quadraturen  aber  ihrer  Differenz, ¬
  weil  in  dem  letzteren  Fall  die  Axe  des  Sphäroids
welches  der  Mond  hervorzubringen  strebt,  mit  der  Axe  desjenigen ¬
  Sphåroids  einen  rechten  Winkel  macht,  welches
durch  die  Attraction  der  Sonne  allein  würde  hervorgebracht
werden.  Man  beobachtet,  daß  die  Ebbe  und  Fluth  auch  in
den  Quadraturen  sich  nach  dem  Lauf  des  Monds  richtet.
Folglich  übertrifft  die  Kraft,  mit  welcher  der  Mond  die
Theilchen  der  Erde  anzieht,  die  Kraft  mit  welcher  eben  diese
Theilchen  von  der  Sonne  angezogen  werden,  welches  mit
den  Erscheinungen  der  Nutation  übereinstimmt.  Während ¬
  eines  täglichen  Umlaufs  des  Monds  entsteht  zweynial
Fluth  und  zweymal  Ebbe.  Weil  aber  das  Wasser  einige
Zeit  gebraucht,  um  nach  denjenigen  Gegenden  hin  zu  strömen, ¬
  wo  es  durch  die  Attractionen  des  Monds  und  der
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer