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Es ist aber leicht einzusehen, daß, wenn die Dichtigkeit ¬
der Erde von ihrem Mittelpunkt an gegen ihre Obersläche ¬
beständig abnimmt, die Schwere von dem Aequator
an gegen die Pole stärker zunehmen müsse, als in dem Fall
einer gleichförmigen Dichtigkeit. Wenn nemlich einem gleichförmig ¬
dichten abgeplatteten Sphäroid neue Materie an seinem ¬
Mittelpunkt hinzugefügt, oder seine Dichtigkeit in der
Nähe des Mittelpunkts vergrößert wird; so wird die Attraction ¬
dieser neuen Materie die Schwere an dem Pol um
mehr vergrößern, als unter dem Aequator, weil ein an dem
Umfang des Aequators liegendes Theilchen in demselben Verhältniß ¬
schwächer angezogen wird, als ein an den Polen befindliches, ¬
in welchem das Quadrat der halben Axe kleiner
ist, als das Quadrat des Halbmessers des Aequators. Die
Abplattung des Sphäroids hingegen wird durch die neue
hinzugekommene Materie vermindert werden. Man denke
sich zwey von dem Mittelpunkt des Sphäroids ausgehende
Säulen eines Fluidums, deren eine in der Richtung der
Axe, die andere in der Ebene des Aequators liege, und
welche mit einander in dem gleichförmig dichten Sphåroid
das Gleichgewicht hielten. Von der letzteren sey von dem
Mittelpunkt an ein Stück abgeschnitten, welches der an den
Pol gehenden Säule gleich sey; so würde, wenn die Attraction ¬
der hinzugekommenen Materie sich nur auf die an den
Pol gehende Säule und auf das abgeschnittene Stück der an
den Aequator gehenden sich erstrekte, das Gleichgewicht der
Säulen nicht gestört werden. Nun wirkt aber die neue
Materie auch auf den Rest der letzteren; folglich muß sich
diese verkürzen, um mit der an den Pol gehenden Säule
das Gleichgewicht halten zu können. Zugleich wird wegen
dieser Verminderung des Halbmessers des Aequators die
Schwungkraft kleiner, und das Sphäroid wird sich mehr
einer Kugel nähern, als wenn es gleichförmig dicht gewesen
wäre. Umgekehrt verhält es sich, wenn die Dichtigkeit von
dem Mittelpunkt an gegen die Oberfläche hin wächst.
Je dichter nun das Sphäroid an seinem Mittelpunkt ist,
desto weniger weichen die Richtungen der Gravitation gegen
das ruhende Sphäroid von den Richtungen seiner Halbmes¬