Full text : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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nenparallaxe  ab,  und  heißt  daher  die  parallactische  Ungleichheit.
Schon  Mayer  hatte  aus  dieser  die  Sonnenparallaxe  mit  einer
größeren  Genauigkeit  bestimmt,  als  man  sie  vorher  kannte,  und
von  10“,8  auf  7",8  herunter  gesetzt  *).  La  Place  fand  durch
genauere  Berechnung  aus  dem  von  Bürg  durch  die  Beobachtungen ¬
  bestimmten  Coefficienten  2'  2“,1  dieser  Gleichung  die  Sonnenparallaxe ¬
  =  8“,6;  also  nahe  dieselbe,  welche  mehrere  Astronomen ¬
  aus  dem  letzten  Durchgang  der  Venus  vor  der  Sonne  geschlossen ¬
  haben.  Die  zweyte  Ungleichheit  ist  diejenige,  welche
von  der  Länge  des  Mondsknotens  abhängt,  und  nach  Bürg  6“,8 =
  Sin.  8  =-6“8  Sin.  N  ist.  Mayer  hatte  diese  Gleichung
nur  durch  die  Beobachtungen  gefunden  **),  welcher  sie  auf  4
setzte.  Mason  fand  sie  =7“,7.  La  Place  zeigte  zuerst,  daß  nach
der  Theorie  eine  solche  Ungleichheit  der  Mondsbewegung  Statt
finde,  und  daß  sie  von  der  abgeplatteten  Gestalt  der  Erde  abhänge. ¬
  Es  ergiebt  sich  aus  der  von  Bürg  nach  den  Beobachtungen
gefundenen  Größe  dieser  Ungleichheit  die  Abplattung  der  Erde
***).  Wäre  die  Abplattung  der  Erde  —  1;  so  müß— ¬
  305.0
te  diese  Ungleichheit  =  11",5  seyn.
Die  zwolfte  Ungleichheit  der  Breite  des  Monds  ist  von  La
Place  entdeckt  worden,  und  hängt  wie  die  vorhergehende  von  der
Gestalt  der  Erde  ab.  Bürg  fand  sie  aus  einer  großen  Anzahl
in  Greenwich  angestellter  Beobachtungen  =  -  8“0  Sin.  der  wahren =
  Mondslänge,  woraus  La  Place  die  Abplattung  der  Erde
Wäre  die  Abplattung  der  Erde  =  21/85;  so
—  3045  fand  1).
müßte  diese  Ungleichheit  =  13",5  seyn.  Es  ist  sehr  merkwürdig,
daß  diese  zwey  von  der  Gestalt  der  Erde  abhängende  durch  die  Beobachtungen =
  gefundene  Ungleichheiten  nahe  einerley  Abplattung,
und  zugleich  dieselbe  geben,  durch  welche  die  verschiedenen  Gradmeßungen ¬
  mit  den  kleinst  möglichen  Abweichungen  dargestellt
werden  (§.  140.).  Die  beständig  kreisförmige  Gestalt  des  Erdschattens ¬
  auf  dem  Mond  bey  seinen  Verfinsterungen  zeigte  den
ersten  Astronomen  die  nahe  kugelförmige  Gestalt  der  Erde,  und
die  vollkommenere  Mondstheorie  giebt  eines  der  sichersten  Mittel, ¬
  ihre  Abweichung  von  der  genauen  Kugelgestalt  durch  die
Beobachtung  der  Ungleichheiten  der  Mondsbewegungen  zu  bestimmen, ¬
  denn  sie  haben  vor  den  Gradmeßungen  den  Vorzug,
daß  sie  die  Abplattung  der  Erde  auf  eine  weniger  von  den  Irregularitäten ¬
  ihrer  Figur  abhängende  Art  geben.
Die  Theorie  verbunden  mit  den  Versuchen  über  die  Länge  des
Pendels  und  den  Gradmeßungen  giebt,  wie  man  in  dem  309ten
und  310ten  §.  gesehen  hat,  die  Parallare  des  Monds  sehr  nahe
*)  Theor.  Lnnæ.  §.  51.  pag.  53.
**)  A.  a.  O.  pag.  52.
***)  Méc.  cél.  T.  III.  pag.  282.
*)  Méc.  cél.  T.  III.  pag.  285.
            
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