Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

Sonne  sich  sehr  nahe  der  Zeit  proportional  verändert.  Folglich ¬
  kann  man  auf  ähnliche  Art  wie  vorhin  die  Zeiten  finden, ¬
  da  die  Sonne  auf  beyden  Seiten  des  Kolurus  der
Sonnenwenden  gleiche  und  gleichnamige  Abweichungen  hatte. ¬
  Aber  der  Zeitpunkt  des  Solstitiums  wird  nur  unter
der  Voraussetzung  einer  gleichförmigen  Bewegung  der  Sonne ¬
  in  der  Ekliptik  in  die  Mitte  zwischen  die  zwey  obige  Zeitpunkte ¬
  fallen.  Folglich  wird  man,  um  diesen  Zeitpunkt  zu
bestimmen,  auch  um  die  Zeit  des  Solstitiums  die  Unterschiede ¬
  der  geraden  Aufsteigung  der  Sonne  und  des  Sterns
beobachten,  aus  der  bekannten  geraden  Aufsteigung  des
Sterns  die  der  Sonne  für  jede  dieser  Beobachtungen  herleiten, ¬
  und  aus  der  täglichen  Veränderung  der  letztern  den
Augenblick  berechnen  müssen,  da  die  gerade  Aufsteigung  der
Sonne  =  90  oder  =  270°  war.  Fällt  dieser  zwischen
zwey  nur  um  einen  Tag  von  einander  entfernte  Beobachtungen; ¬
  so  wird  der  von  der  ungleichförmigen  Veränderung
der  geraden  Aufsteigung  herrührende  Fehler  unbemerkbar.
Eben  so  findet  man  den  Augenblick  der  Frühlings=  oder
Herbstnachtgleiche,  wenn  man  aus  den  in  ihrer  Nähe  angestellten ¬
  Beobachtungen  den  Augenblick  sucht,  da  die  gerade
Aufsteigung  der  Sonne  =  0  oder  —  180°  war,  welcher  am
genauesten  gefunden  wird,  wenn  das  Aequinoktium  zwischen
zwey  nur  einen  Tag  von  einander  entfernte  Beobachtungen
fällt.
Die  Zeit  des  Aequinoktiums  könnte  man  auch  aus  den
beobachteten  Abweichungen  der  Sonne  unmittelbar  finden
wenn  man  den  Augenblick  suchte,  da  die  Abweichung  der
Sonne  —  0  ist.  Aber  ein  kleiner  in  der  Polyöhe  liegender
Fehler,  mittelst  welcher  die  Abweichungen  bestimmt  werden ¬
  müssen,  würde  einen  beträchtlichen  Einfluß  auf  die  Zeit
des  Aequi  oktiums  haben,  welcher  bey  der  vorhergehenden
Methode  wegfällt.
Wie  man  aus  ungleichen  Abweichungen  die  Lage  der
Aequinoktialpunkte  uumittelbar  finden  könne,  ist  schon  ohén
§  31.  gezeigt  worden.
§.  34.  Weil  die  Schiefe  der  Ekliptik  der  grösten  nördlichen ¬
  oder  südlichen  Abweichung  der  Sonne  gleich  ist  (§.
            
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