Full text : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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schied  von  den  bey  dieser  Rechnung  vernachläßigten  Größen
herrührt  *).
§.  322.  Die  Seculargleichung  (§.  70.)  des  Monds
hat  mit  seiner  jährlichen  Gleichung  eine  ähnliche  Ursache.
Halley  bemerkte  zuerst  diese  Ungleichheit  der  Bewegung  des
Monds,  und  Dunthorn  und  Mayer  haben  sie  durch  eine
genauere  Untersuchung  der  älteren  und  neueren  Beobachtungen ¬
  bestätigt.  Sie  suchten  dieselbe  dadurch  darzustellen,  daß
sie  zu  der  mittleren  Länge  des  Monds  eine  dem  Quadrat  der
Anzahl  der  vor  oder  nach  dem  Jahr  1700  verfloßene  Jahrhunderte ¬
  proportionale  Größe  addirten.  Nach  Dunthorn
ist  diese  Größe  =  10,  Mayer  setzte  sie  in  seinen  ersten
Mondstafeln  auf  7,  und  in  seinen  neuen  auf  9.  La  Lande
erhielt  mit  Dunthorn  einerley  Resuliat.  Zu  der  Erklärung
dieser  Ungleichheit  schien  die  allgemeine  Schwere  nicht  hinreichend ¬
  zu  seyn,  und  es  zeigte  sich  hier  eine  ähnliche  Schwierigkeit, ¬
  wie  bey  der  Bewegung  der  Apsidenlinie  der  Mondsbahn, ¬
  welche  ebenfalls  durch  die  Theorie  anfänglich  nicht  mit
den  Beobachtungen  übereinstimmend  gefunden  wurde  (§.
320.).  Die  Mathematiker  haben  sich  viel  mit  diesem  Gegenstand ¬
  beschäftigt,  aber  ihre  Bemühungen  den  Grund  der
Seculargleichung  des  Monds  in  den  Wirkungen  der  Sonne
und  der  Planeten  auf  den  Mond,  oder  in  der  Abweichung  der
Gestalt  der  Erde  und  des  Monds  von  einer  genauen  Kugel ¬
  zu  finden,  blieben  fruchtlos.  Einige  verwarfen  diese  Ungleichheit ¬
  der  Mondsbewegung,  andere  nahmen,  um  sie  zu
erklären  zu  verschiedenen  Mitteln,  z.  B.  zu  den  Wirkungen
der  Cometen,  dem  Widerstand  des  Mediums,  in  welchem
sie  die  Himmelskörper  sich  bewegen  ließen,  oder  zu  der  Hypothese ¬
  ihre  Zuflucht,  daß  die  Schwere  auf  schon  in  Bewegung ¬
  befindliche  Körper  nicht  mehr  mit  derjenigen  Stärke,
wie  auf  ruhende  Körper  wirke.  Indessen  ist  die  Uebereinstimmung ¬
  der  anderen  Phänomene  der  Himmelskörper  mit
der  Theorie  der  allgemeinen  Schwere  so  vollkommen,  daß
man  nicht  ohne  Verdruß  die  Seculargleichung  des  Monds
allein  eine  Ausnahme  von  einem  allgemeinen  und  einfachen
*)  La  Place  Exposit.  du  Système  du  Monde.  pag.  222  et  323.
            
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