Full text : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

553
tik  in  der  geraden  Linie  KK  schneide.  Die  Sonne  sey  in  S,
und  der  Mond  in  M  zwischen  seinem  aufsteigenden  Knoten
K  und  dem  niedersteigenden  K,  und  zwar  seye  er  dem  letzten ¬
  Knoten  näher  als  dem  ersten.  In  der  Ebene  der  hier
als  kreisförmig  vorausgesetzten  Mondsbahn  sey  eine  gerade
Linie  Mt  gezogen,  welche  sie  in  M  berühre;  so  wird  diese  die
Richtung  bezeichnen,  nach  welcher  der  Mond  sich  fortbewegen ¬
  würde,  wenn  keine  Kräfte  auf  ihn  wirkten.  Sie  begegne ¬
  der  Knotenlinie  KK  in  N.  Die  in  der  Richtung  des
Radius  Vector  wirkenden  Kräfte  lenken  den  Mond  von  der
Tangente  Mt  ab,  und  nöthigen  ihn,  eine  in  der  Ebene  EMN
liegende  krumme  Linie  zu  beschreiben,  aber  die  mit  SE  paparallel ¬
  wirkende  perturbirende  Kraft  MF  (§.  311.  und  312.)
wird  ihn  von  der  Ebene  EMN  ablenken.  Es  sey  Mt  der
Weg,  welchen  der  Mond  mit  seiner  Geschwindigkeit  in  M
in  derselben  Zeit  gleichförmig  zurückgelegt  haben  würde,  in
welcher  ihm  die  mit  SE  parallel  wirkende  Kraft  die  Geschwindigkeit ¬
  MF  würde  mitgetheilt  haben,  und  Mf  sey  die  durch
eben  diese  Kraft  während  des  Zeittheilchens  z  erzeugte  Geschwindigkeit. ¬
  Man  vollende  das  Parallelogramm  fMltk
und  ziehe  in  der  erweiterten  Ebene  desselben  durch  den  Punkt
N  die  Parallele  Nn  mit  Mf,  welche  der  verlängerten  Diagonale ¬
  Mk  in  n  begegne.  Da  so  wohl  Nn  als  SE  mit  Mf  parallel -
  sind;  so  sind  SE  und  Nn  parallel  (XI,  9.),  mithin
liegen  beyde  in  einer  Ebene,  nemlich  in  der  Ebene  der  Ekliptik. ¬
  Man  errichte  auf  der  Knotenlinie  KN  in  ihrem  Endpunkt ¬
  N  und  in  der  Ebene  der  Ekliptik  das  Perperdickel  Nh,
welches  von  der  verlängerten  En  in  h  geschnitten  werde,  und
ziehe  AR  auf  KK  senkrecht.  Der  Mond  würde  sich  also
wenn  die  Kraft  MF  aufhörte  zu  wirken,  in  der  Ebene  EMn
fortbewegen,  welche  die  Ebene  der  Ekliptik  in  der  geraden
Linie  En  schneidet,  und  die  Knotenlinie  würde  während  des
Zeittheilchens  z  sich  um  den  Winkel  NEn  nach  einer  Richtung ¬
  bewegt  haben,  welche  der  Richtung  der  Bewegung  des
Monds  entgegengesetzt  ist.  In  jedem  folgenden  Zeittheilchen ¬
  wird  durch  die  Wirkung  der  Kraft  Ml  eine  neue  Bewegung ¬
  der  Knotenlinie  hervorgebracht  werden,  deren  Lage
also  einer  beständigen  Veränderung  unterworfen  seyn  wird.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer