Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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an  nach,  der  Richtung  der  jährlichen  Bewegung  der  Sonne
bis  auf  360°  in  einem  fort  gezählt  wird.
Eben  so  heißt
Ag  die  gerade  Aufsteigung,  sq  die  Abweichung  eines  Sterns,
und  beyde  zusammen  bestimmen  des  Sterns  Lage  eben  so
in  Beziehung  auf  den  Aequator,  wie  Azimuth  und  Höhe  in
Beziehung  auf  den  Horizont.
Zur  Zeit  der  Tag  und  Nachtgleichen  ist  also  die  Abweichung ¬
  der  Sonne  =  0,  und  ihre  Mittagshöhe  wird  den
Winkel  AOM  (Fig.  1.)  messen,  welchen  der  Aequator  46
mit  dem  Horizont  macht,  und  die  Höhe  des  Aequators
heißt.  Diese  ist  dem  Complement  der  Polhöhe  gleich,  weil
NOP+  AOP+AOM  =  180°  und  AOP-  90°  ist;  mithin
durch  die  Polhöhe  gegeben.  Die  Abweichung  eines  Sterns
ist  also  auch  dem  Unterschied  der  Aequatorshöhe  und  der
Mittagshöhe  des  Sterns  gleich,  und  nördlich  oder  südlich,
je  nachdem  letztere  größer  oder  kleiner  ist  als  die  erstere.
§.  30.  Um  nun  die  jährliche  scheinbare  Bahn  der
Sonne  genauer  zu  bestimmen,  beobachte  man  öfters  die  Höhe ¬
  ihres  Mittelpunkts,  indem  man  die  halbe  Summe  der
um  die  Stralenbrechung  verminderten  Höhen  ihres  oberen
und  unteren  Randes  nimmt,  oder  die  beobachtete  Höhe
um  ihren  scheinbaren  Halbmesser  vermindert  oder  vermehrt,
je  nachdem  man  den  oberen  oder  unteren  Rand  der  Sonne
genommen  hat.  (Sollte  bey  ferneren  Beobachtungen  die
Parallaxe  der  Sonne  merklich  werden;  so  muß  man  auch
diese  in  Rechnung  bringen.)  Zu  gleicher  Zeit  beobachte  man
die  Durchgangszeiten  ihres  Mittelpunkts  und  eines  Sterns
s  (Fig.  10.)  durch  den  Meridian.  Aus  den  Mittagshöhen
ergeben  sich  die  Abweichungen  bd,  b  du.  s.  w.  der  Sonne
nach  dem  vorhergehenden  §.  und  aus  den  Zwischenzeiten  zwischen ¬
  den  Durchgängen  des  Sterns  und  der  Sonne  durch
den  Meridian  findet  man  die  Unterschiede  bg,  bqu.  s.  w.
der  geraden  Aufsteigungen  des  Sterns  und  der  Sonne  für
den  Augenblick  einer  jeden  dieser  Beobachtungen.  Denn
wegen  der  gleichförmigen  Umdrehung  der  Himmelskugel
(§.  26.)  verhält  sich  die  tägliche  Umlaufszeit  des  Sterns
zur  Zwischenzeit  zwischen  den  Durchgängen  des  Sterns  und
            
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