515
nem von ihrem Abstand AB abhängenden Gesetz einander
anziehen, und keine äussere Kräfte auf sie wirken; so ruht
entweder ihr Schwerpunkt, oder er bewegt sich geradlinigt
und gleichförmig.
Wären die zwey Körper anfänglich in Ruhe in den
Punkten A und B (Fig. 123.); so nehme mau Aa: Bb m: =
m. Alsdenn wird, wenn Be der Raum ist, durch welchen ¬
der Körper B gegen den Körper A, dessen Masse — m
ist, in einer gewißen Zeit fallen würde, Za der Raum seyn,
durch welchen der Körper 2 gegen den Körper B, dessen
Masse =m ist, in derselben Zeit fallen würde, so daß am
Ende dieser Zeit die zwey Körper in a und b seyn werden.
Man theile die gerade Linie in dem Punkt Cso, daß AC:
CB=m : m; so wird C der anfängliche Ort des Schwerpunkts ¬
der zwey Körper seyn.
Da nun Aa : Bb — m': m
und AC : Cb = m': m
so ist auch A0-Aa )CB-Bb)
— m': m;
ac
Cb
folglich ist der Punkt C auch der Schwerpunkt der Körper
A und B, wenn sie in a und b angekommen sind, welcher
also in diesem Fall ruht. Demnach würden die zwey Körper ¬
in einer geraden Linie sich einander nähern, und in ihrem ¬
Schwerpunkt C'einander begegnen.
Wenn die Körper in A und B (Fig. 120.) mit den
Geschwindigkeiten Au und Bb nach parallelen Richtungen
ankommen, welche sich wie ihre Abstände AC und CB von
ihrem Schwerpunkt C verhalten, so daß a und b auf verschiedenen ¬
Seiten von AB liegen, und in dem Augenblick,
da sie in 4 und B ankommen, durch die Wirkung ihrer gegenseitigen ¬
Gravitation die Geschwindigkeiten Ah und Bg
bekommen; so vollende man die Parallelogramme ha, bg
und ziehe ihre Diagonalen Aa, Bb, welche nun die in gleichen ¬
Zeiten von den zwey Körpern beschriebene Wege seyn
werden. Man ziehe Ca und Cb.
Ah(Bg
— M : m
Da ga bb
- CA: CB
Kk2