Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

504
der  Abstände  ihrer  Schwerpunkte  proportional  ist,  wie  groß
oder  wie  klein  diese  Abstände  seyn  mögen,  und  daß,  wenn
nur  zwey  Körper  vorhanden  wären,  der  Schwerpunkt  des
einen  um  den  Schwerpunkt  des  andern  einen  Kegelschnitt
nach  demselben  Gesetz  beschreiben  muß,  welches  man  unter
der  Voraussetzung  eines  unbeweglichen  Mittelpunkts  der
Kraft  gefunden  hat.  Kommt  noch  ein  dritter  hinzu;  so
wird  keine  der  Bahnen  genau  ein  Kegelschnitt,  sondern  eine
sehr  verwickelte  krumme  Linie  seyn,  welche  man  bis  jetzt
noch  nicht  genau  hat  bestimmen  können.  Die  Aufgabe,  die
relative  Bahn  eines  der  drey  Körper  um  einen  der  zwey  übrigen ¬
  zu  bestimmen,  z.  B.  die  relative  Bahn  des  Monds  um
die  Erde  mit  Rücksicht  auf  die  Gravitation  dieser  zwey  Körper ¬
  gegen  die  Sonne,  heißt  das  Problem  der  drey  Körper. ¬
  Aus  den  vorhin  angeführten  Gründen  kann  in  unserem ¬
  Sonnensystem  die  Abweichung  der  gesuchten  krummen
Linie  von  einem  Kegelschnitt  niemals  sehr  beträchtlich,  und
daher  die  Aufgabe  näherungsweise  mit  einer  Genauigkeit  aufgelöst ¬
  werden,  welche  der  Genauigkeit  der  Beobachtungen
entspricht.
§.  289.  Es  sey  CD  (Fig.  116.)  ein  durch  die  Kegeloberfläche =
  ACa,  und  die  sphärische  Oberfläche  Aa,  deren
Mittelpunkt  in  der  Spitze  C  des  Kegeloberfläche  sey,  begränzter ¬
  gleichförmig  dichter  Körper.  Mm  und  Bb  seyen
durch  eben  diese  Kegeloberfläche  abgeschnittene  Stücke  von
Kugeloberflächen,  welche  mit  der  ersteren  einerley  Mittelpunkt ¬
  C  haben;  so  wird  sich  unter  der  Voraussetzung  des
Newtonschen  Gravitationsgesetzes  die  Gravitation  des  Punkts
Cgegen  den  Körper  ACa  zur  Gravitation  eben  dieses  Punkts
gegen  den  Körper  BCb  verhalten,  wie  CA:  CB.  Denn
das  Verhältniß  der  Gravitation  von  Cgegen  die  Fläche  Aa
zu  der  Gravitation  von  Cgegen  irgend  eine  mit  jener  concentrische ¬
  phärische  Fläche  Mm  ist  das  zusammengesetzte  aus
dem  Verhältniß  des  Quadrats  von  CM  zu  dem  Quadrat
von  CA,  und,  wegen  der  gleichförmigen  Vertheilung  der  Materie, ¬
  aus  dem  Verhältniß  der  Fläche  Aa  zu  der  Fläche  Mm.
Das  letztere  Verhältniß  ist  aber  wegen  der  Aehnlichkeit  der
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer