derten oder wahren Höhen zugehörige Stundenwinkel nach
§. 8. n. 4.; so wird man die Differenz der Stundenwinkel,
oder, wenn die Höhen auf verschiedenen Seiten des Meridians ¬
genommen worden sind, ihre Summe, desto genauer
den Zwischenzeiten der Beobachtungen proportional finden,
je mehrere Sorgfalt darauf verwendet worden ist, der zu
den Beobachtungen gebrauchten Uhr einen gleichförmigen
Gang zu geben. Die Fixsterne beschreiben also ihre Parallelkreise ¬
mit einer gleichförmigen Winkelgeschwindigkeit, d.
h. so, daß sie in gleichen Zeiten gleich große Winkel beschreiben, ¬
oder eine gleiche Anzahl Grade ihrer Parallelkreise
durchlaufen, und die tägliche Umdrehung der Himmelskugel
selbst, geschieht mit einer gleichförmigen Geschwindigkeit.
Man kann sich von der Gleichförmigkeit der täglichen
Bewegung der Himmelskugel auch noch auf folgende Art
versichern. Aus dem scheinbaren Abstand AB zweyer Fixsterne ¬
(Fig. 9.) suche man ihren wegen der Stralenbrechung
verbesserten Abstand ab, und aus diesem mittelst der Polardistanzen ¬
4a, P dieser Sterne den Winkel alb am Pol.
Man messe ferner die Abstände sa, ob eines dritten Sterns
von den zwey erstern, und verbessere sie wegen der Refraktion; ¬
so ist dadurch die Lage dieses Sterns gegen die
zwey vorhergehenden bestimmt, und daher kann der Winkel
bP: gefunden werden, welchen am Pol die durch denselben
und die Sterne b und s gelegten grösten Kreise miteinander
machen. So kann man fortfahren, und immer ein neues
Dreyeck so an die vorhergehenden anhängen, daß es eine
Seite mit einem der übrigen Dreyecke gemeinschaftlich hat.
Durch dieses Verfahren kann man also die Lage der Fixsterne ¬
gegen einander an der Himmelskugel, und die ihnen
zugehörigen Winkel am Pol oder die Unterschiede ihrer
Stundenwinkel finden, die sich wiederum wie die Zwischenzeiten ¬
ihrer Durchgänge durch den Mittagskreis verhalten
werden.
§. 27. Die Rechnungen, welche letzter Methode erfordert,
können auf folgende Art geführt werden.
1. Reduktion der Distanzen. In dem sphärischen Dreyeck ABZ