Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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aber  in  jeder  der  Erde  näher  liegenden  größer  als  in  der  oberhalb ¬
  ihr  befindlichen  sey.  In  der  Ebene  eines  durch  den
Stern  S  gehenden  Vertikalkreises  falle  ein  Lichtstral  Sa  auf
die  äusserste  Gränze  der  Atmosphåre  in  a  auf;  so  wird  die
Verlängerung  ap  des  an  den  Punkt  a  gezogenen  Halbmessers ¬
  des  Einfallsloth  seyn,  und  der  Lichtstrahl  bey  seinem
Uebergang  in  die  erste  Luftschichte  so  gebrochen  werden,  daß
die  Verlängerung  er  des  gebrochenen  Strals  ab  zwischen
dem  einfallenden  Stral  und  dem  Einfallsloth  liegen  wird.
Wegen  der  vermöge  der  Voraussetzung  gleichförmigen  Dichtigkeit ¬
  der  Schichten  wird  sein  Weg  ab  in  der  ersten  Schichte ¬
  geradlinigt  seyn,  und  Sa,  ab,  Ca  werden  in  einer  Ebene ¬
  liegen.  Eben  so  wird  er  ferner  beym  Eintritt  in  die
zweyte  Luftschichte  gegen  dem  Einfallsloth  Cbg  hin  gebrochen ¬
  werden,  und  in  derselben  geradlinigt  durch  be  fortgehen, ¬
  so  daß  ab,  be,  Cq  in  einer  Ebene  liegen,  u.  s.  w.  bis
er  bey  A  in  das  Aug  des  Beobachters  kommt.  Der  Lichtstral ¬
  wird  also  unter  dieser  Voraussetzung  eine  aus  geraden
zusammengesetzte  gebrochene  Linie  abe  4  in  der  Atmosphäre
beschrieben,  welche  ihre  hole  Seite  gegen  die  Erde  kehren
und  ganz  in  einem  durch  den  Stern  gehenden  Vertikalkreis
liegen  wird.
Vergrößert  man  die  Anzahl  der  Schichten,  und  macht
sie  folglich  dünner;  so  wird  sich  die  Zunahme  der  Dichtigkeit ¬
  der  Luft  von  der  obersten  Schichte  an  immer  mehr  der
in  der  Natur  Statt  findenden  stetigen  Zunahme,  und  die  gebrochene ¬
  Linie  einer  stetig  krummen  Linie  nähern.  Mithin
wird  der  Weg  eines  Lichtstrahls  durch  die  Atmosphäre  eine
gegen  die  Erde  hole  krumme  Linie  seyn,  welche  ganz  in  der
Ebene  des  durch  den  Stern  gehenden  Vertikalkreises  liegen
wird.  In  4  wird  man  den  Stern  nach  der  Richtung  der
Tangente  A  dieser  krummen  Linie,  welche  ebenfalls  in  der
Ebene  des  Vertikalkreises  liegen  wird,  erblicken,  und  ZAt  wird
sein  scheinbarer  Abstand  vom  Scheitel  seyn.  Um  die  Wirkung
der  Stralenbrechung  von  derjenigen,  welche  die  Parallaxe
(§.  13.)  hervorbringt,  zu  trennen,  ziehe  man  durch  A  die
As  mit  Sa  parallel;  so  wird  ZAs  derjenige  Scheitelabstand
seyn,  welchen  man  bey  unmerklicher  Parallvxe  finden  würde,
            
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