Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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dieselben  Resultate  erhalten,  Letzterer  Umstand  macht  es
wahrscheinlich,  daß  wir  den  Mittelpunkt  der  Himmelskugel
in  dem  Mittelpunkt  der  Erde  annehmen  müssen,  und  die
bemerkten  Unterschiede  vielleicht  daher  rühren,  daß  wir  auf
der  Oberfläche  der  Erde  uns  ausserhalb  des  Mittelpunkts  der
Himmelskugel  befinden.
§.  13.  Um  dieses  zu  untersuchen,  sey  A  (Fig.  6.)
ein  Ort  auf  der  Oberfläche  der  Erde,  deren  Mittelpunkt  C
sey;  so  wird  der  verlängerte  Halbmesser  CA  der  Erde  durch
das  Zenith  Zdes  Orts  Agehen.  Steht  nun  ein  Stern  in
S,  und  zieht  man  CS,  AS;  so  wird  ZAS  der  auf  der  Oberfläche ¬
  der  Erde  beobachtete  Abstand  vom  Scheitel  seyn,  welcher ¬
  von  dem,  vermöge  der  Voraussetzung,  gemeinschaftlichen
Mittelpunkt  C  der  Erde  und  der  Himmelskugel  aus  gesehen
—  ZOS  seyn  würde.  Da  nun  die  Punkte  C,  A,  S,  Z  in
einer  durch  die  Vertikallinie  CZ  gehenden  Ebene,  mithin  in
einer  Vertikalebene  liegen;  so  wird  der  Winkel  ASC  der
Ueberschuß  des  von  einem  Punkt  der  Erdoberfläche  aus  beobachteten ¬
  Abstands  vom  Scheitel  über  den  vom  Mittelpunkt ¬
  der  Erde  aus  gesehenen  seyn,  welchen  man  die  Parallaxe ¬
  der  Höhe  nennt.  Durch  diese  wird  also  das  Azimuth ¬
  mit  den  Beobachtungen  §.  12.  übereinstimmend,  nicht
geändert,  die  Höhen  aber  werden  vermindert.  Die  im  vorhergehenden ¬
  §.  angeführten  Erscheinungen  müssen  also  wenigstens
zum  Theil  eine  andere  Ursache  haben,  wodurch  die  Höhe  der
Sterne  einen  größeren  Zuwachs  erhält,  als  sie  durch  die  Parallaxe, ¬
  wenn  sie  anders  merklich  ist,  vermindert  wird.
§.  14.  Die  Erfahrung,  daß  die  Lichtstralen,  wenn
sie  schief  aus  einem  Mittel  in  ein  anderes  übergehen,  an  der
sie  von  einander  treunenden  Fläche  von  ihrem  geradlinigten
Weg  abgelenkt  oder  gebrochen  werden,  und  wir  daher  die
Gegenstände  nach  einer  andern  Richtung  sehen,  als  wir  sie
ohne  diese  Brechung  sehen  würden,  wird  den  Beobachter
veranlassen  zu  untersuchen,  ob  nicht  auch  die  von  den  Himmelskörpern ¬
  zu  uns  kommende  Lichtstralen  eine  solche  Bre¬
            
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