jeden Fixstern bequem bezeichnen zu können, ohne ihm, wie
es bey den hellsten der Fall ist, einen besondern Namen zu
geben, hat man sich an dem Himmel verschiedene Bilder
verzeichnet gedacht, z. B. einen Bären, einen Stier, einen
Herkules, u. s. w. so daß die Sterne bestimmten Theilen
dieser Bilder entsprachen, und davon den Namen erhielten.
So nannte man z. B. den Stern, welcher dem Auge des
Stiers entsprach, das Stieraug, u. s. w. Hienach konnte
man die Stellen am Himmel beyläufig bezeichnen, wo ein
neuer Stern gesehen wurde, wenn man sagte: er stehe im
Schwanz des großen Bären, am Kopf des Stiers, u. s. w.
Die zu einem solchen Bild gehörige Sterne machen ein sogenanntes ¬
Sternbild oder eine Constellation aus. Die
Astrognosie giebt eine ausführliche Beschreibung dieser Sternbilder, ¬
lehrt sie am Himmel aufsuchen, und die ihnen zugehörigen ¬
Sterne, welche zum Theil eigne Namen haben,
gröstentheils aber mit Buchstaben bezeichnet werden, kennen *).
Zweytes Capitel.
Von der astronomischen Stralenbrechung und
Parallaxe.
§. 12. Wir sind in dem vorhergehenden Capitel von
solchen Beobachtungen ausgegangen, weil sich mit ganz einfachen ¬
Werkzeugen und zum Theil mit dem bloßen Auge anstellen ¬
lassen. Sie setzten uns in den Stand, die Gesetze
der täglichen Bewegung der Himmelskörper im Allgemeinen
zu bestimmen, und es ist jetzt zu untersuchen, welche Modifikationen ¬
dieselbige erleiden, wenn man sie genauer betrachtet. ¬
1.) Man messe den Abstand zweyer Sterne, von welchen
sich der eine in der Nähe des Horizonts, der andere in
einerley Vertikalkreis mit dem ersteren sich befindet, und
wiederhole die Beobachtung, wenn die zwey Sterne sich
mehr über den Horizont erhoben haben; so wird man beständig ¬
den letzteren Abstand größer finden, als den er) ¬
Anleitung zur Kenntniß des gestirnten Himmels von J. E. Bode.
8te Auflage.
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