Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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Winkel  PQR  die  Neigung  der  Bahn.  In  dem  rechtwinklichten ¬
  Dreyeck  PTR  ist  durch  die  geocentrische  Breite  das
Verhältniß  von  PR  :  RT,  und  in  dem  rechtwinklichten
Dreyeck  R7Q  durch  den  beobachteten  Winkel  STR  dessen
Nebenwinkel  R  ebenfalls  bekannt  ist,  das  Verhältniß
von  RT:  0  gegeben.  Folglich  kennt  man  in  dem  rechtwinklichten ¬
  Dreyeck  PRQ  das  Verhältniß  von  PR:  RQ,
und  daher  kann  der  Neigungswinkel  PQR  gefunden  werden.
Ist  der  Winkel  STK  ein  rechter;  so  ist  die  beobachtete  Breite ¬
  der  Neigung  der  Bahn  gleich.  Kepler  bediente  sich  dieser ¬
  indirekten  Methode.
Es  verhalt  sich  QR  :  RT  —  Sin.  STR  :  Sin.  tot.
RT:  PR  —  Sin.  tot.  :  Tg.  PTR
folglich  QR:  PR  —  Sin.  STR  :  Tg.  PTR
Sin.  tot.  :  Tg.  POR)
§.  177.  Unter  der  Voraussetzung  der  Construktion
des  174sten  §.  ist  in  dem  bey    rechtwinklichten  Dreyeck  pSr
durch  die  heliocentrische  Breite  das  Verhältniß  von  Sp  zu  Sr
gegeben.  In  dem  bey  q  rechtwinklichten  Dreyeck  Sra  ist  der
Winkel  gSr  =  dem  Unterschied  der  heliocentrischen  Länge
des  Planeten  und  der  Länge  des  Knoten  gegeben;  folglich
kennt  man  auch  das  Verhältniß  von  Sr  zu  Sq.  Demnach  ist
in  dem  bey  q  rechtwinklichten  Dreyeck  Spg  das  Verhältniß
der  Hypotenuse  So  zu  der  Seite  Sg,  und  daher  der  Winkel
psq  gegeben.  Eben  so  findet  man,  wenn  P  ein  anderer
Ort  des  Planeten  in  seiner  Bahn  ist,  den  Winkel  PSq.
Nun  können  aber  die  Abstände  Sp,  SP  des  Planeten  von
der  Sonne,  und  die  heliocentrischen  Längen  und  Breiten
nach  §.  173.  und  die  Lage  der  Knotenlinie  nach  §.§.  174.
175.  176.  gefunden  werden.  Folglich  sind  die  Radii  Vectores ¬
  Sp,  SPu.  s.  w.  der  Größe  und  Lage  nach  gegeben.
Da  die  Radien  ungleich  gefunden  werden;  so  kann  die  Bahn
des  Planeten  kein  mit  dem  Mittelpunkt  der  Sonne  concentrischer ¬
  Kreis  seyn.  Man  wird  ferner  finden,  daß  die  um
die  Sonne  beschriebenen  Winkel  nicht  der  zu  ihrer  Beschreibung ¬
  gebrauchten  Zeit  proportional  sind;  mithin  muß,  wenn
man  die  Bahn  des  Planeten  als  kreisförmig  annimmt,  die
Sonne  ausserhalb  des  Mittelpunkts  derselben  gesetzt  werden.
            
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