260
rische Umlaufszeit des Planeten zu der Zwischenzeit zwischen
seinem nächstvorhenden Durchgang durch das Perihelium
und dem vorgegebenen Zeitpunkt, so verhalten sich 300° zu
einem Winkel, welchen man um die siderische Bewegung der
Apsidenlinie in der Zwischenzeit zu vermindern oder zu vermehren ¬
hat, je nachdem sie mit der Bewegung des Planeten ¬
einerley oder verschiedene Richtung hat. In dem Dreyeck
CEM, kennt man das Verhältniß von CM: CE und den
Winkel CEM, welcher der größeren Seite CM gegenüber
liegt, und hieraus findet sich der Winkel CME, oder die
physische Ungleichheit. In dem Dreyeck SCM kennt man
das Verhältniß von CM zu CS und den Zwischenwinkel
SCM= PEM+EMC, woraus man den Winkel SMC oder
die optische Ungleichheit erhält. Folglich hat man die Gleichung ¬
des Mittelpunkts SME = SMC+ CME und die
wahre Anomalie PSM = PEM+ SME. Endlich kann
man in dem letzteren Dreyeck SCM das Verhältniß von SM
zu MC oder zu der mittleren Distanz CAdes Planeten finden.
Macht man hievon eine Anwendung auf die
§. 172.
Erdbahn; so findet sich aus der grösten Gleichung des Mittelpunkts ¬
die Excentricität CS = 0,016805, übereinstimmend ¬
mit derjenigen, welche aus den Sonnendurchmessern in
der Erdnähe und Erdferne folgt (§. 169.). Sodenn findet
sich für die mittlere Anomalie von 45 Gr. die physische Ungleichheit ¬
CME = 40 51,00, und die optische CMS = 41
49,35; mithin die Gleichung des Mittelpunkts = 1° 22
40,35, welche nach den Beobachtungen = 1° 22 54½9
seyn sollte. Der Fehler betrágt also nur noch 14,55 bey
einer mittleren Anomalie von 45 Graden. Wenn diese 135
Grade beträgt; so wird der Fehler wiederum nahe von der
vorigen Größe, in den übrigen Punkten dieser Hälfte der
Bahn wird er noch kleiner gefunden, und eben so verhält es
sich in der andern Hälfte der Planetenbahn. Mithin ist
dadurch, daß man die Kreisbewegung selbst als ungleichförmig ¬
angenommen, und die Distanzen in der Erdnähe und
Erdferne mit den beobachteten Veränderungen des scheinbaren ¬
Sonnendurchmessers in Uebereinstimmung gebracht hat,