Full text : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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von  ihrer  nicht  parallelen  Lage  her.  An  dem  Standpunkt
B  muß  also,  wenn  man  den  Winkel  S'Bz  dem  in  B  beobachteten ¬
  Scheitelabstand  gleich  macht,  die  Be  die  Vertikallinie ¬
  seyn,  welche  mit  der  erstern  in  einem  Punkt  C  unterhalb ¬
  der  Erdoberfläche  zusammenlauft.  Hiezu  kommt  noch
die  Erfahrung,  daß  man  auf  der  See  von  entfernten  erhabenen ¬
  Gegenständen  zuerst  nur  die  Spitzen  erblickt,  indem
ihr  unterer  Theil  durch  die  Oberfläche  des  Wassers  bedeckt
wird,  und  sie  sich  nach  und  nach  immer  mehr  über  dieselbe
zu  erheben  scheinen,  so  wie  man  sich  ihnen  nähert.  Die
Oberfläche  des  stillstehenden  Wassers  und  der  Erde,  so  weit
sie  uns  eben  zu  seyn  scheint,  ist  also  keine  ebene,  sondern
eine  krumme  erhabene  Fläche,  und  der  Horizont  ist  eigentlich ¬
  eine  Ebene,  welche  die  Oberfläche  des  stillstehenden  Wassers ¬
  berührt.
Wenn  der  Beobachter  immer  weiter  nach  der  Richtung
der  Mittagslinie  fortgeht;  so  wird  er  einen  Stern,  der  vorher ¬
  in  seinem  Scheitel  stund,  immer  weiter  von  demselben
nach  einer  Richtung  abrücken  sehen,  welche  der  seiner  Bewegung ¬
  auf  der  Erdoberfläche  entgegen  gesetzt  ist,  und  zwar
bey  gleichen  auf  der  Erde  zurückgelegten  Wegen  nahe  um
gleich  viel,  von  welchem  Ort  der  Erde  man  auch  ausgehen
mag.  Die  Gestalt  der  Erde  muß  also  der  Gestalt  eines
Körpers  sehr  nahe  kommen,  der  allenthalben  gleich  starke
Krümmung  hat,  d.  i.  einer  Kugel.  Unter  dieser  Voraussetzung ¬
  werden  die  Richtungen  der  Schwere  in  dem  Mittelpunkt ¬
  der  Erdkugel  zusammenlaufen,  und  der  Horizont  wird
eine  die  Erdkugel  an  dem  Ort  des  Beobachters  berührende
Ebene  seyn.
§.  10.  Beobachtet  man  die  Sterne  vor  dem  Aufgang
der  Sonne;  so  bemerkt  man,  daß  ihr  Licht  in  dem  Maas
schwächer  wird,  als  die  Morgendämmerung  anfangt  stärker
zu  werden,  und  zuerst  die  kleineren,  hernach  bey  dem  Anbruch ¬
  des  Tags  und  dem  Aufgang  der  Sonne  die  größeren
ganz  verschwinden.  Der  Mond,  welcher  vorher  mit  einem
lebhaften  Lichte  glänzte,  wird  nach  dem  Aufgang  der  Sonne
blaß  erscheinen,  und  kaum  noch  sichtbar  seyn.  Des  Abends
beob¬
            
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