Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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Quadrat  des  Durchmessers  eines  Kreises  zu  dem  Quadrat
seines  Umfangse  Folglich  nimmt  die  freye  Fallhöhe  in  einer ¬
  Sekunde,  und  daher  auch  die  Schwere  der  auf  der  Erdoberfläche ¬
  befindlichen  Körper  von  dem  Aequator  gegen  die
Pole  hin  zu.  Aus  mechanischen  Gründen  entsteht  aber  durch
die  Axendrehung  der  Erde  in  allen  auf  ihr  sich  befindenden
Körpern  ein  Schwung,  der  sie  von  dem  Mittelpunkt  des
Kreises,  welchen  sie  beschreiben,  zu  entfernen  strebt,  und
wegen  der  gleichen  Umlaufszeiten  desto  kleiner  ist,  je  kleiner
der  Halbmesser  dieses  Kreises  ist.  Unter  dem  Aequator
muß  daher  die  Schwungkraft  am  grösten  seyn,  und  zugleich
wirkt  sie  der  Richtung  der  Schwere  gerade  entgegen;  folglich ¬
  ist  daselbst  die  Verminderung  der  Schwere  am  grösten.
Von  dem  Aequator  gegen  die  Pole  hin  ist  diese  Verminderung ¬
  aus  einem  doppelten  Grund  geringer,  einmal  nemlich,
weil  die  Halbmesser  der  Parallelkreise  des  Aequators  kleiner ¬
  werden,  sodenn  weil  die  Schwungkraft,  deren  Richtung
in  die  Ebene  der  Parallelkreise  fällt,  nun  schief  gegen  die
Richtung  der  Schwere  wirkt.  Hieraus  ergiebt  sich  das  oben
angegebene  mit  den  Beobachtungen  nahe  übereinstimmende
Gesetz  der  Zunahme  der  Schwere  vom  Aequator  an  gegen
die  Pole.  Es  zeigen  sich  freylich  auch  hier,  wie  bey  den
Gradmeßungen  kleine  Frregularitäten,  welche  beweisen,  daß
die  Erde  weder  ein  gleichförmig  dichter,  noch  ein  geometrisch
regulärer  Körper  ist.
§.  162.  Gegen  die  Umdrehung  der  Erde  um  ihre
Axe  hat  man  unter  andern  auch  die  Einwendung  gemacht,
daß  ein  frey  von  einer  beträchtlichen  Höhe  herab  fallender
Körper  nicht  an  dem  senkrecht  unter  seinem  anfänglichen  Ort
im  Augenblick  des  Anfangs  des  Falls  befindlichen  Punkt  die
Oberfläche  der  Erde  treffen  könne,  wenn  sie  sich  um  ihre
Axe  drehe,  weil  während  der  Fallzeit  jener  Punkt  weit  gegen ¬
  Osten  sich  bewege,  so  daß  der  Körper  westlich  von  demselben ¬
  niederfallen  sollte.  Allein  der  Körper  hat  mit  den
übrigen  auf  der  Erde  befindlichen,  schon  vor  dem  Fall  die
von  der  Axendrehung  der  Erde  herrührende  Bewegung  gemein, ¬
  und  setzt  diese  während  des  Falls  fort,  so  daß  er
            
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