Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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dem  Horizont  liegenden  Theil  des  Parallels  südlicher  Sterne
ein  größerer  Theil  unter  den  Horizont  fallen,  und  einige
die  er  vorher  noch  in  kleinen  Höhen  in  dem  Meridian  erblickte, ¬
  werden  für  ihn  ganz  verschwunden  seyn.  Das  Gegentheil ¬
  wird  Statt  finden,  wenn  er  gegen  Süden  fortgeht.
Sterne,  welche  auf  der  Nordseite  des  Meridians  beständig
über  dem  Horizont  blieben,  werden  jetzt  untergehen,  und
auf  der  Südseite  wird  er  Sterne  sich  über  den  Horizont  erheben ¬
  sehen,  welche  ihm  an  seinem  ersten  Standpunkt  niemals ¬
  zu  Gesicht  kamen.  Hat  der  Beobachter  an  seinem  ersten ¬
  Standpunkt  A  Fig.  5.  einen  Stern  S'in  seinem  Scheitel ¬
  Z,  und  einen  andern  gegen  Süden  an  dem  Horizont
nach  der  Richtung  AM  stehen  sehen;  so  wird  er,  wenn  er
gegen  Süden  nach  B  fortgegangen  ist,  den  Stern,  welcher
in  seinem  Scheitel  war,  bey  seiner  Meridianhöhe  gegen  Norden ¬
  von  dem  Scheitel  abstehen  sehen.  Wären  die  Richtungen ¬
  der  Schwere,  welche  seine  Vertikallinien  bestimmen,
mit  einander  parallel,  und  an  seinem  zweyten  Standpunkt
B  die  mit  AZ  gezogene  Parallele  BS  seine  Vertikallinie;
so  würde,  wenn  der  Stern  S  sich  in  einer  nicht  sehr  großen
Distanz  AS  von  der  Erde  befände,  derselbe  nun  nach  der
Richtung  BS  von  dem  Standpunkt  B  aus  gesehen  werden,
und  folglich  übereinstimmend  mit  der  Beobachtung  von  dem
Scheitel  S'  um  den  Winkel  Be  gegen  Norden  abstehen.
Alsdenn  müßte  aber  der  Winkel  AM  zwischen  dem  am
Scheitel  und  dem  am  Horizont  befindlichen  Stern,  welcher
also  an  seinem  Standpunkt  A  ein  rechter  war,  in  den  stumpfen ¬
  Winkel  SBM  übergegangen  seyn.  Allein  er  wird  an
seinem  Standpunkt  B  diesen  Winkel  noch  einem  rechten  Winkel ¬
  gleich  finden,  und  daher  werden  die  von  A  und  B  nach
dem  Stern  gezogenen  Gesichtslinien  nicht  bemerkbar  von  der
parallelen  Lage  verschieden  seyn.  Sein  Horizont  wird  nun
in  die  Lage  Zm  gekommen  seyn,  und  der  vorher  am  Horizont ¬
  befindliche  Stern  wird  sich  um  eben  so  viel  über  den  Horizont ¬
  erhoben  haben,  als  der  am  Scheitel  gestandene  von
demselben  gegen  Norden  hin  abgerückt  ist.  Die  Richtungen
der  Schwere  sind  also  nicht  mit  einander  parallel,  und  die
Veränderung  des  Scheitelabstands  der  Sterne  rührt  allein
            
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