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Zweytes Capitel.
Von den Bewegungen der Erde, und den
davon abhängenden Erscheinungen.
§. 147. Es ist schon im 129. §. im Allgemeinen
bemerkt worden, daß sich die täglichen Bewegungen der
Himmelskörper aus einer Umdrehung der Erde um ihre
Axe von Abend gegen Morgen erklären lassen. Die genauere ¬
Untersuchung der aus dieser Umdrehung folgenden scheinbaren ¬
Bewegungen der Sterne wird zeigen, daß sie vollkommen ¬
mit den im ersten Capitel des ersten Buchs gefundenen ¬
Gesetzen der täglichen Bewegungen übereinstimmen.
Es sey pp (Fig. 45.) die Erdaxe, deren Verlängerungen ¬
in P und P der Himmelskugel begegnen. Durch
einen Stern S und die Axe PP sey eine Ebene gelegt, welche ¬
die Himmelskugel in einem grösten Kreis PP und die
Oberfläche der Erde in dem Erdmeridian pmp schneiden
wird. Dreht sich nun die Erde um die Axe pp; so würde
ein in dem Punkt P stehender Fixstern aus dem Mittelpunkt ¬
C der Erde gesehen beständig an diesem Punkt zu
stehen scheinen, und dasselbe wird man an jedem Punkt der
Oberfläche der Erde beobachten, weil die Parallaxe der Fixsterne ¬
unmerklich ist (§. 25.). Die Punkte P und P der
Himmelskugel werden also ihre Pole seyn. Man setze,
der Ortm der Erde befinde sich in einem gewißen Augenblick ¬
in der Ebene des grösten Kreises PSP, und die Verlängerung ¬
des an m gezogenen Halbmessers Cm begegne diesem ¬
Kreis in Z; so wird für diesen Augenblick der durch
das Zenith Z des Orts m und die Pole P, P der Himmelskugel ¬
gelegte gröste Kreis PZP der Meridian der Himmelskugel ¬
seyn (§. 3.), und das Complement des Bogens
ZS wird die Mittagshöhe des Sterns messen. Man nehme ¬
den Stern S, mithin auch den Kreis PSP als unbeweglich ¬
an, lasse sich aber die Erde um die unbewegliche
Axe pp nach der Richtung mom von Abend gegen Morgeu
drehen; so wird der verlängerte Halbmesser Cm der Erde
nach und nach verschiedenen Punkten /,Z der Himmelsku=