Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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Grad  des  Meridians  unter  dem  Aequator  =  56753  T.
mithin  um  652  T.  kleiner  als  der  Grad  unter  dem  Polarkreis. ¬
  Die  unter  den  Polen  zusammengedrückte  oder  abgeplattete ¬
  Gestalt  der  Erde  war  also  erwiesen.  Seit  dieser
Zeit  sind  in  verschiedenen  Ländern  mehrere  Grade  gemeßen
worden,  und  insbesondere  haben  Mechain  und  Delambre
einen  Bogen  des  pariser  Meridians  zwischen  Dünkirchen
und  Barcelona  1792  und  in  den  folgenden  Jahren  mit  einer ¬
  großen  Genauigkeit  gemeßen.  Die  Resultate  dieser
Meßungen  sind,  wenn  man  unter  einer  Toise  diejenige  Länge ¬
  versteht,  welche  die  zu  der  Gradmeßung  in  Peru  gebrauchte ¬
  eiserne  Toise  bey  einer  Temperatur  von  +  13  R
hat,  folgende:
Bogen  des  Meridians
beobachtete  Polhöhen.
zwischen  Montjouy
Tois.
Montjouy  .
410  |  21  44,96  und
Carcassonne..  43  12  54,30  Carcassonne  105498,96
Evaux
46  10  42,54  Evaux
274348.06
Pantheon  in  Paris  48  50  49,37  Pantheon  426639,54
Dünkirchen  ..  51
9,20  Dünkirchen  551584,72
2
Auch  die  Gradmeßung  unter  dem  Polarkreis  ist  in  den
Jahren  1801,  2  und  3  durch  Svanberg  wiederholt  worden. ¬
  Dieser  fand  die  Größe  eines  Grads  unter  einer  Breite ¬
  von  66°  20  —  57188142  Toisen,  also  um  216  Toisen
kleiner,  als  ihn  Maupertuis  in  eben  dieser  Gegend  gefunden ¬
  hatte,  doch  noch  immer  um  435,42  Tois.  größer,  als
den  Grad  unter  dem  Aequator.  Wenn  man  bedenkt,  daß
diesen  Größen  der  Grade  des  Erdmeridians  zufolge  ein  Fehler ¬
  von  1  Sekunde  in  der  Differenz  der  Polhöhen  an  den
zwey  Endpunkten  eines  Grads  beynahe  einen  Fehler  von
16  Tois.  in  der  Länge  des  Grads  hervorbringt,  und  die
bey  der  ersten  lappländischen  Gradmeßung  gebrauchte  lästige
Instrumente  über  hohe  Berge  geschleppt  werden  mußten,
ferner,  daß  diese  Meßungen  in  einem  sehr  kalten  Clima
angestellt  wurden;  so  wird  man  sich  die  Abweichungen  der
zwey  Meßungen  von  einander  einigermaßen  erklären  können.
Bey  allen  diesen  Meßungen  bleibt  noch  immer  einige
Ungewißheit  wegen  der  nicht  genau  bekannten  StralenbreN =
  2
            
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