Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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Zweytes  Buch.
Von  den  wahren  Bewegungen  der  Himmelskörper. ¬

Erstes  Capitel.
Von  der  Gestalt  und  Größe  der  Erde.
§.  130.  Daß  die  Erde  eine  beynahe  kugelförmige  Gestalt ¬
  habe,  ist  schon  aus  dem  9ten  §.  bekannt.  Aber  man
wird  jetzt  ihre  Gestalt  und  Größe  genauer  bestimmen  müssen,
ohne  deren  Kenntniß  es  nicht  möglich  ist,  die  an  verschiedenen
Punkten  ihrer  Oberfläche  angestellten  Beobachtungen  auf  einen ¬
  gemeinschaftlichen  Standpunkt  zu  reduciren,  welchen  man
in  dem  Mittelpunkt  der  Erde  annimmt.  In  diesem  Punkt
laufen  die  auf  der  Oberfläche  der  Erde  senkrechte  Richtungen
der  Schwere  nur  unter  der  Voraussetzung  einer  genauen  Kugelgestalt ¬
  zusammen,  in  anderen  Fällen  hingegen  nicht,  und
man  wird  bestimmen  müßen,  welche  Winkel  die  verschiedenen ¬
  Halbmesser  der  Erde  mit  den  Richtungen  der  Schwere
machen.  Sodenn  werden  auch  ihre  Abmessungen  in  einem
bekannten  Längenmaas  zu  der  Bestimmung  der  Größe  und
Entfernungen  der  Himmelskörper  in  eben  diesem  Maas  dienen, ¬
  deren  Verhältniße  zu  einander  in  dem  ersten  Buch  gefunden ¬
  worden  sind.  Da  man  z.  B.  das  Verhältniß  des
Abstands  des  Monds  von  der  Erde  zu  dem  Halbmesser  des
Erdáquators  kommt  (§.  63.);  so  wird  man  seinen  Abstand
von  der  Erde  nach  dem  pariser  Fuß  angeben  können,  wenn
man  die  Anzahl  pariser  Fuß  kennt,  welche  auf  den  Halbmesser ¬
  des  Aequators  der  Erde  gehen.  Und  da  die  unter ¬
  dem  Aequator  Statt  findende  Horizontalparallaxe  des
Monds  der  scheinbaren  Größe  des  aus  dem  Mond  gesehenen ¬
  Halbmessers  des  Erdáquators  gleich  ist,  und  der  scheinbare ¬
  Halbmesser  des  Monds  durch  Beobachtungen  gefunden
            
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