170
Länge des Saturns gleich, mithin vermöge des vorhergehenden ¬
§. gegeben. Der Winkel, unter welchem die von
dem Saturn J (Fig. 35.) an die Sonne S und Erde E gezogenen ¬
geraden Linien JS, JE sich schneiden ist dem Unterschied ¬
der Länge eines der Knoten und der beobachteten
geocentrischen Länge des Saturns gleich, wo man immer
denjenigen Knoten zu nehmen hat; dessen Länge der beobachteten ¬
Länge des Saturns am nächsten kommt. Der
Winkel an der Erde E ist dem Unterschied der Länge der
Sonne und der geocentrischen Länge des Saturns gleich.
Folglich kennt man in dem Dreyeck SE.J zwey Winkel,
und daher auch das Verhältniß von SJ: SE. Es findet
sich, daß im Mittel genommen der Saturn ungefähr neun
und ein halb mal so weit von uns entfernt ist als die Sonne, ¬
woraus, wie im §. 106. bey dem Jupiter gezeigt wurde, ¬
folgt, daß die Bahn MN (Fig. 33.), welche man den
Saturn um den beweglichen Punkt C in §. 112. hat beschreiben ¬
lassen, der scheinbaren Bahn der Sonne um die
Erde nicht allein ähnlich, sondern auch gleich, und Cm=E
ein Parallelogramm seyn muß.
Da nun die gerade Linie ms, welche die gleichzeitigen
Orte m und s des Saturns und der Sonne miteinander verbindet, ¬
der CE beständig gleich und parallel ist; so werden
die scheinbaren Bewegungen des Saturns dieselben, wie in
§. 112. seyn, wenn man ihn die Bahn CC um die Sonne ¬
s beschreiben, und die letztere sich um die Erde E in der
Bahn SS bewegen läßt. Oder man kann auch mit Beybehaltung ¬
der hier angenommenen Bewegung des Saturns
um die Sonne diese als unbeweglich annehmen, und dagegen ¬
die Erde um die Sonne in einer Bahn sich bewegen lassen, ¬
welche der scheinbaren Bahn der Sonne um die Erde
gleich und ähnlich ist, wie dieses bey den übrigen Planeten
gezeigt worden ist.
§. 116. Um den Saturn sieht man sieben Trabanten ¬
von Abend gegen Morgen in beynahe kreisförmigen Bahnen ¬
sich bewegen. Man nennt auch hier denjenigen Trabanten ¬
den ersten, der sich bey seiner grösten Digression am