fullscreen : Kritische Jahrbücher für deutsche Rechtswissenschaft (Jg. 2 = Bd. 3 (1838))

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RcchtsgcscMclite im Grundrisse.
unaufgefordert sprechen, cs würde stets eine tactlose und „n-
reine Musik geben44 u. s. f. ,,Ich läugne, dass die jetzige
Rechtsgeschichte eine Wissenschaft ist. Es muss, aufrichtig
gesagt, von vorne angefangen werden, wenn sie eine Wis-
senschaft werden soll44.
Auch diese Vermuthung halten wir für zu gewagt; diese von
neuem angefangene Wissenschaft der Rechtsgeschichte hat so gar
nichts kindliches an sieh. Höchstens könnte das so lebhaft an-
gesprochenc Privilegium, ,,unaufgefordert zu sprechen44, an jenen
eigentümlichen Zwischenzustand erinnern, welcher auf das ei-
gentliche Kindesalter zu fo'gen pflegt. Oder sollte Berechnung
zu Grunde liegen? Ist das alles nur eine, um nicht unbemerkt
zu bleiben, umgekehrt gedruckte Zeitungsannonce? — Gewiss
nicht. Es liegt eine gewisse Unschuld in der Versicherung der
Vorrede, dass der Verfasser, welche Aufnahme auch seine Schrift
finden werde, doch in der angefangenen Weise fortfahren wolle.
Weit leichter werden wir uns überreden lassen, es sei der Rausch
einer hastig hinahgeslürztcn Philosophie, der unseren Verfasser so
gewaltsam aus dem Geleise gebracht hat, und auch der nächtliche
Strassenlärm des s. g. jyngen Deutschlands ist vielleicht nicht ohne
Einfluss auf ihn geblichen.
,,Die Lähmung der gegenwärtigen Zeit, die keine Energie hat,
ist, dass das Vertrauen fehlt; sic hat kein Vertrauen, da sie
keinen Muth hat, keinen Muth, weil der Glaube fehlt. Warum
hat sie das alles nicht? Weil die Wissenschaft keine Ueberzeu-
.; guug, sondern Glauben hat. So lange die JFelt sieht, ist die
lieber Zeugung das Kind des Unglaubens gewesen. Die Wissen-
schaft wird lehren, und der Glaube der ihr trotzen will, wird
in ihrem Feuer verflüchtigt werden. Sie wird lehren, was sie
will, und wer das nicht hören will, wird Nichts hören, und er-
sticken im Koth seiner Dummheit. Und mag aus dieser Insolenz
(oder Insolvenz) des Glaubens entstehen, was da will . die Wis-
senschaft wird durch keinen Ausgang überrascht werden. . .. Die
Wissenschaft giebt also nur sich selber Rechenschaft, sie sagt :
es ist, und schiiesst den Laien aus; und der Gläubige, der sich
zudrängt in das Reich der Wahrheit, wird a’s Fälscher an den
- Pranger gestellt. — Welches Zutrauen soll die Theorie finden
des Mannes, dessen Wissenschaft vom Glauben ausgeht, dessen
Wissenschaft des Geistes erklärtermasscn mit Adam und Eva
beginnt, dessen Naturwissenschaft präsumtive gleichfalls das erst«
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