den Horizont fallen. Steht ein Stern 90° von den Polen
ab; so beschreibt er einen grösten Kreis , welcher durch
den Horizont halbirt wird, weil alle grösten Kreise einer
Kugel sich halbiren, und da dieser Kreis so wie der Horizont ¬
auf der Ebene des Meridians senkrecht ist; so ist die
gemeinschaftliche Durchschnittslinie der erstern auf dem Meridian ¬
senkrecht (XI, 19. E.) und der Stern geht in dem
Ostpunkt auf, in dem Westpunkt unter. Die Sonne beschreibt ¬
zur Zeit der Tag= und Nachtgleichen diesen Kreis,
und daher heißt derjenige gröste Kreis, dessen Pole die zwey
Pole der Himmelskugel sind, der Aequator. Alle übrigen ¬
von den Sternen während der täglichen Bewegung beschriebenen ¬
kleineren Kreise heißen Parallelkreise des Aequators. ¬
So wie der Abstand der Sterne von dem über
den Horizont erhabenen Pol wächst und größer als 900
wird, fällt immer ein größerer und größerer Theil ihrer
Parallelkreise unter den Horizont, bis endlich diejenige, deren ¬
Abstand vom Pol P dem Bogen PM, welcher durch den
pM oder die ihm gleiche Polhöhe PN (I, 15. E.) zu 180
ergänzt wird, den Horizont in dem Südpunkt M nur noch
berühren, und nicht mehr über denselben sich erheben.
§. 4. Um die Lage des Meridians genauer als durch
die Beobachtung der grösten oder kleinsten Höhe eines Sterns
zu bestimmen, kann man sich einer der folgenden Methoden
bedienen.
1.) Man wähle einen der nie untergehenden Sterne, und
warte die Zeit ab, da er sich bey seiner täglichen Bewegung ¬
am weitesten auf der Ost= und Westseite von dem
Meridian entfernt. In diesem Augenblik wird ein durch
den Stern K oder R Fig. 2. und den Scheitelpunkt Z
gelegter gröster Kreis ZRH, ZRH den Parallelkreis
GRER, welchen der Stern um den Pol beschreibt, berühren, ¬
und der zwischen den zwey berührenden Vertikalkreisen ¬
ZRH, ZRH in der Mitte liegende Vertikalkreis
ZPN wird der Meridian seyn. Die zwey Vertikalebenen ¬
können durch Bleylothe bestimmt werden, hinter
welchen man das Aug an einer bestimmten Stelle, z B.