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Merkur und Venus scheinen also stille zu stehen, wenn ihre
östlichen oder westlichen Elongationen von der Sonne beziehungsweise ¬
18°11" und 28° 51' sind.
§. 91. Auf der Venus hat man Flecken beobachtet,
deren scheinbare Bewegungen den §. 58. beschriebenen scheinbaren ¬
Bewegungen der Sonnenflecken ähnlich waren, und
woraus man die Umdrehung der Venus von Abend gegen
Morgen um eine gegen die Ebene der Ekliptik geneigte Axe
geschlossen hat. Cassini setzte ihre Umdrehungszeit zu 23
St. 20 Minuten, Bianchini zu 24 T. St. an. Letzterer ¬
hat wahrscheinlich 25 Umdrehungen der Venus mit
einer Umdrehung verwechselt. Schröter setzt sie nahe mit
Cassini übereinstimmend zu 23 St. 21 Min. an. Nach
Schröters Beobachtungen dreht sich auch Merkur in 24 St.
von Abend gegen Morgen um seine Axe.
Die Lichtgränze dieser Planeten ist so wie die des
Monds ausgezackt, und daher giebt es Berge auf ihrer
Oberfläche, welche nach Cassini und Schröter noch höher
als die Berge des Monds sind. Die Art der Berechnung
ist der im 81sten §. gezeigten ähnlich.
§. 92. Die zwey Planeten, welche wir bisher betrachtet ¬
haben, scheinen die Sonne beständig zu begleiten,
die übrigen hingegen nehmen in Absicht auf die Sonne jede
mögliche Stellung an dem Himmel ein. Die scheinbaren
Bewegungen der letztern sind aber einander so ähnlich, daß
es hinreichend seyn wird, die Bewegung eines derselben
genauer zu betrachten, um einzusehen, wie man auch diese
aus zwey Umlaufsbewegungen um verschiedene Mittelpunkte ¬
zusammensetzen könne.
Unter diesen Planeten ist der Mars an seinem röthlichten ¬
Lichte kenntlich. Wenn man ihn des Morgens bey
seinem Heraustreten aus den Sonnenstralen erblickt; so bewegt ¬
er sich am geschwindesten, und von Abend gegen Morgen. ¬
Seine Geschwindigkeit nimmt nach und nach ab, und
en scheint in Beziehung auf die Firsterne stille zu stehen,
wenn er sich um 137 Grade von der Sonne entfernt hat.