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Durchmesser auf 16,6 Sekunden, in der Nähe ihrer unteren
Conjunktion aber beyláufig auf 1 Minute.
Man nennt die Venus auch den Morgen= und Abendstern, ¬
je nachdem sie vor dem Aufgang oder nach dem Untergang ¬
der Sonne sichtbar ist, mithin eine westliche oder
östliche Digression hat. In ihrer oberen Conjunktion kehrt
sie ihre ganze erleuchtete Hälfte der Erde zu, und ihre Lichtgestalt ¬
nimmt von da an ab. Zu gleicher Zeit nähert sie
sie sich aber der Erde, und rückt von der Sonne ab, weswegen ¬
ihr scheinbarer Glanz zunimmt. Nach ihrer grösten
Digression, nemlich wenn ihr scheinbarer Abstand von der
Sonne = 44 37136 ist, wird ihr Glanz am stärksten *)
worauf er ihrer Annäherung an die Erde ungeachtet wieder
abnimmt, weil ihre Phasen kleiner werden. Zur Zeit ihres ¬
grösten Glanzes ist sie am hellen Tage mit bloßen Augen ¬
sichtbar.
§. 86. Wenn die Bahnen des Merkurs und der Ve
nus in der Ebene der Ekliptik lägen; so müßte man diese
Planeten bey jeder unteren Conjunktion als eine schwarze
Scheibe vor der Sonne von Morgen gegen Abend vorübergehen ¬
sehen. Es zeigen aber die Beobachtungen, daß sie
bald eine nördliche, bald eine südliche Breite haben; folglich ¬
können sich diese Erscheinungen nur alsdenn ereignen,
wenn ihre Breite kleiner ist als der Halbmesser der Sonne.
Den Merkur hat man schon oft vor der Sonne beobachtet,
die Venus aber nur dreymal, nemlich in den Jahren 1639,
1761, und 1769. Der nächste Durchgang der Venus vor
der Sonne wird erst am 6. December 1882 eintreffen.
Da die Venus in ihrer unteren Conjunktion um den
Halbmesser ihrer Bahn näher bey der Erde ist als die Sonne, ¬
mithin alsdenn ihr Abstand von der Erde zu dem Abstand ¬
der Sonne von der Erde sich wie 277: 000 verhält ¬
(§. 85.); so muß ihre Parallaxe, wenn sie vor der
Sonne vorübergeht über 3 mal größer seyn, als die Parallaxe ¬
der Sonne (§. 49. n. 1.), und daher einen beträcht*) ¬
Mém. de l'Académie de Prusse pour 1750. Astron. Jahrbuch für
1780. S. 59. Astren. Jahrb. für 1802. S. 123.
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