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Die Libration in der Länge hängt mit der ungleichförmigen ¬
Bewegung des Monds in seiner Bahn zusammen,
und ist vom Mittelpunkt des Monds aus gesehen dem Unterschied ¬
der wahren und mittleren Länge desselben gleich.
Der Mond dreht sich also mit einer gleichförmigen Geschwindigkeit ¬
nach derselben Richtung um seine Axe, nach welcher
er sich um die Erde bewegt. Es sey nemlich e (Fig. 27.)
der Mittelpunkt der Erde, em die nach dem Mittelpunkt
des Monds m gezogene gerade Linie, welche seiner Oberfläche ¬
in » begegne, und ab sey die durch den Mittelpunkt
des Monds gelegte auf me senkrecht stehende Ebene, welche
durch ihren Schnitt mit der Oberfläche des Monds den
scheinbaren Umfang der Mondscheibe bildet; so wird der in
n liegende Flecken in dem scheinbaren Mittelpunkt des
Monds erscheinen. Der Mond sey nach ! gerückt; so wird,
wenn man gd auf el senkrecht und hl mit me parallel zieht,
der Puukt u, in welchem el die Oberfläche des Monds
schneidet, in der Mitte der Mondscheibe, und der Punkt k
seiner Oberfläche um den Bogen uk gegen Morgen vom
Mittelpunkt abstehen. Drehte sich der Mond in Beziehung
auf die Fixsterne nicht um seine Axe; so würde k derselbe
Punkt der Mondsoberfläche seyn, welcher in der ersten Stellung ¬
des Monds in seiner Mitte erschien. Demnach müßte ¬
sich der Mond nach der Richtung akn um den Winkel
kln = mel gedreht haben, wenn derjenige Mondsfleck, welcher ¬
anfangs in der Mitte der Mondscheibe zu stehen schien,
jetzt wieder daselbst erscheinen sollte. Man findet aber, daß,
wenn der Mond in der Zwischenzeit den Winkel mel um
die Erde beschrieben hat, und dieser größer ist, als derjenige, ¬
welchen er mit seiner mittleren Geschwindigkeit beschrieben ¬
haben würde, der Flecken in f östlich von n steht, und
der Winkel fin dem Ueberschuß der wahren Bewegung des
Monds über seine mittlere in der Zwischenzeit der Beobachtungen ¬
gleich ist. Das Gegentheil beobachtet man, wenn
die mittlere Bewegung des Monds der wahren voreilt.
Die gröste scheinbare Bewegung eines Mondsfleckens in der
Långe kann also doppelt so viel betragen, als die wahre
Lange des Monds von seiner mittleren kann verschieden