Full text : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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nahe  zwanzigmal  kleiner  ist,  als  der  §.  50.  aus  der  genaueren ¬
  Angabe  der  Sonnenparallaxe  gefolgerte.
Der  Mond  zeigt  schon  dem  unbewafneten
§.  80.
Auge,  noch  mehr  aber  durch  Fernröhren  eine  große  Anzahl
unveränderlicher  Flecken,  welche  man  sorgfältig  beobachtet
und  abgebildet  hat.  Da  ihre  Lage  gegen  den  Mittelpunkt
des  Monds  beständig  nahe  dieselbe  bleibt;  so  kehrt  er  uns
immer  nahe  dieselbe  Seite  zu,  und  nur  von  dieser  wissen
wir  aus  den  §.  71.  angeführten  Erscheinungen,  daß  sie
sphärisch  ist.  Er  dreht  sich  also  in  Beziehung  auf  die  Fixsterne ¬
  in  derselben  Zeit  einmal  um  seine  Axe,  in  welcher  er
in  Beziehung  auf  dieselbige  einen  Umlauf  am  Himmel  macht,
mithin  in  27  T.  7  St.  43  M.  11,51  S.  (§.  61.).  Auf  dem
uns  zugekehrten  Mittelpunkt  der  Mondscheibe  ist  es  zur  Zeit
des  Neumonds  Mitternacht,  und  zur  Zeit  des  Vollmonds
Da  nun  dieser  Punkt  beständig  nahe  derselbe
Mittag.
Punkt  der  Oberfläche  des  Monds  ist;  so  ist  die  Zeit  von
Mitternacht  bis  Mittag  einem  halben  synodischen  Monat
und  die  Dauer  eines  astronomischen  Tags  auf  dem  Mond
dem  synodischen  Monat  gleich.
Uebrigens  bemerkt  man  bey  fortgesetzten  genauen  Beobachtungen ¬
  der  Mondsflecken  kleine  periodische  Veränderungen ¬
  in  ihrer  Lage  gegen  den  scheinbaren  Mittelpunkt
und  den  Rand  des  Monds.  Die  nahe  an  dem  Rand  liegende ¬
  Flecken  verschwinden  und  erscheinen  wechselsweise,  und
die  in  der  Nähe  des  Mittelpunkts  liegende  stehen  bald  auf
dieser,  bald  auf  jener  Seite  desselben.  Die  letzteren  Bewegungen ¬
  sind  größer  als  die  ersteren,  man  findet  aber,
daß  dieser  Unterschied  allein  von  der  schiefen  Richtung  der
Bewegung  am  Rand  gegen  das  Aug  des  Beobachters  herrührt, ¬
  und  von  dem  Mittelpunkt  des  Monds  gesehen  die
Bewegungen  der  Flecken  gleich  groß  erscheinen,  mithin  ihre ¬
  gegenseitige  Lage  sich  nicht  verändert.  Man  nennt  diese
periodischen  Oscillationen  die  Libration  des  Monds,  und
zwar  diejenigen,  welche  nach  einer  mit  der  Ekliptik  parallelen ¬
  Richtung  geschehen;  die  Libration  in  der  Länge,  die
darauf  senkrechten  aber  die  Libration  in  der  Breite.
            
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