Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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an  bemerkbar,  daß  er  vor  dem  Anfang  und  nach  dem  Ende
der  eigentlichen  Finsterniß  die  Flecken  des  Monds  etwas
unkenntlich  macht.  Die  nicht  scharfe  Begränzung  des  wahren ¬
  Schattens  kommt  zum  Theil  von  dem  Halbschatten,
zum  Theil  von  der  Brechung  der  Sonnenstralen  in  der  Atmosphäre ¬
  der  Erde  her.  Wegen  dieser  Brechung  fallen  auch
noch  Sonnenstralen  auf  den  beschatteten  Theil  des  Monds,
so  daß  dieser  nur  sehr  selten  bey  einer  totalen  Verfinsterung
ganz  unsichtbar  wird,  und  gewöhnlich,  wenn  er  ganz  in
dem  Schatten  der  Erde  sich  befindet,  wie  eine  hell-  oder
dunkelrothe  Scheibe  erscheint.  So  lange  der  Mond  nur
zum  Theil  verfinstert  ist,  scheint  der  Schatten,  wahrscheinlich ¬
  wegen  des  anliegenden  stark  von  der  Sonne  beleuchteten ¬
  Theils,  schwärzer  zu  seyn.
Die  Brechung  der  Lichtstralen  vergrößert  auch  den  scheinbaren ¬
  Halbmesser  des  wahren  Schattens,  wozu  noch  der
Halbschatten,  welcher  in  der  Nähe  des  ersteren  ziemlich  dunkel ¬
  seyn  muß,  etwas  beytragen  mag.  Die  Beobachtungen
zeigen,  daß  man  zu  dem  nach  der  Regel  des  vorhergehenden
§.  gefundenen  Halbmesser  des  wahren  Schattens  den  sechzigsten ¬
  Theil  des  letztern,  oder  eben  so  viele  Sekunden  addiren ¬
  müße,  als  er  Minuten  enthält,  welches  im  Mittel
417  ausmacht.
Die  Mondsfinsterniße  theilt  man  ebenfalls  in  centrale,
totale  und  partiale  ein,  je  nachdem  zur  Zeit  der  grösten
Verfinsterung  die  Mittelpunkte  des  Monds  und  des  Erdschattens ¬
  zusammenfallen,  oder  ihr  Abstand  kleiner  oder
größer  ist,  als  die  Differenz  ihrer  Halbmesser.  Die  Größe
der  Verfinsterung  pflegt  man  in  Zwölftheilen  des  Mondsdurchmessers ¬
  anzugeben,  die  man  auch  hier  Zolle  nennt  und
in  60  Minuten  eintheilt.  Die  totale  Verfinsterung  betragt
also  zwölf  Zolle,  zu  welchen  man  aber  noch  die  Anzahl  Zolle
hinzufügt,  um  welche  sich  der  Mond  noch  weiter,  als  bey  dem
Anfang  der  totalen  Verfinsterung  in  den  Schatten  einsenkt  Die
Verfinsterung  geschiehet  an  dem  nördlichen  oder  südlichen  Theil
des  Monds,  je  nachdem  seine  Breite  südlich  oder  nördlich  ist.
§.  78.  Ungeachtet  die  Gränzen  der  Möglichkeit  der
            
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