Full text : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

97
Länge  um  80  bis  90  Grade  kleiner  ist.  Die  Mondsknoten
bewegen  sich  also  nach  einer  den  eigenen  Bewegungen  der
Sonne  oder  des  Monds  entgegengesetzten  Richtung,  oder
von  Morgen  gegen  Abend.  Bestimmt  man  die  Lage  der
Kupten  nach  dem  vorhergehenden  §.  zu  verschiedenen  Zeiten
genauer;  so  findet  man,  daß  ihre  Bewegung  nicht  gleichförmig, ¬
  und  periodischen  Veränderungen  unterworfen  ist.
Durch  die  Vergleichung  weit  von  einander  entfernter  Beobachtungen ¬
  erhält  man  diese  Bewegung  nicht  allein  genauer,
sondern  es  heben  sich  auch  die  periodischen  Ungleichheiten
derselben  zum  Theil  gegeneinander  auf.  Auf  diesem  Weg
hat  man  gefunden,  daß  die  mittlere  Bewegung  der  Mondsknoten, ¬
  welche  bald  größer,  bald  kleiner  ist  als  die  wahre,
aber  von  Zeit  zu  Zeit  wieder  mit  der  letzteren  zusammentrifft, ¬
  in  einem  gemeinen  Jahr  von  365  Tagen  19°  19“
43,36  in  Beziehung  auf  die  Aequinoktialpunkte,  mithin
(§.  37.)  19  20  33  46  in  Beziehung  auf  die  Fixsterne  beträgt. ¬
  Demnach  ist  die  tropische  Umlaufszeit  der  Mondsknoten ¬
  =  6798  T.  4  St.  14  M.  56  Sek.  und  die  siderische ¬
  =  6793  T.  6  St.  51  M.  39  S.  Am  ersten  Januar
180  um  Mitternacht  nach  dem  Pariser  Meridian  war  die
mittlere  Länge  des  aufsteigenden  Mondsknotens  =  0  Z.  13
54’21,2.
Auch  die  Neigung  der  Mondsbahn  gegen  die  Ekliptik
ist  veränderlich.  Im  Mittel  beträgt  sie  5°  8  47.
Da  die  Neigung  der  Mondsbahn  veränderlich  ist;  so
wird  man  sie  durch  die  Beobachtung  der  grösten  Breite  des
Monds  genauer  finden,  als  wenn  man  nach  §.  64.  zwey
Oerter  des  Monds  zum  Grund  legt,  welches  eine  unveränderliche ¬
  Neigung  erfordert.  Die  Länge  des  Knotens  kann
man  auch  dadurch  finden,  daß  man  mehrere  Längen  und
Breiten  des  Monds  durch  die  Beobachtung  seiner  geraden
Aufsteigung  und  Abweichung  zu  derjenigen  Zeit  bestimmt,
da  er  sich  in  der  Nähe  eines  seiner  Knoten  befindet.  Der
Mond  wird  nemlich  durch  seinen  aufsteigenden  Knoten  gegangen ¬
  seyn,  wenn  seine  südliche  Breite  in  eine  nördliche
übergieng,  und  man  wird  aus  der  täglichen  Veränderung
seiner  Länge  und  Breite  durch  Interpolation  die  Länge  sinVohnenbergers ¬
  Astronomie.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer