Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

96
ter  einem  Winkel  schneidet,  der  durch  die  gröste  Breite  des
Monds  gemessen  wird.  Die  Lage  der  Mondsbahn  gegen
die  Ekliptik  würde  also  durch  zwey  Oerter  des  Monds  gegeben ¬
  seyn,  wenn  sie  nur  nicht  gerade  einander  gegenüber
liegen.  Man  wird  die  Punkte  haben,  in  welchen  die
Mondsbahn  die  Ekliptik  schneidet  und  den  Winkel  finden
welchen  diese  zwey  Ebenen  miteinander  machen.  Hieraus
wird  man  die  Breite  des  Monds  herleiten  können,  welche
den  aus  andern  Beobachtungen  der  geraden  Aufsteigung  und
Abweichung  des  Monds  abgeleiteten  Längen  entsprechen,
und  den  aus  den  letztern  allein  gefolgerten  Breiten  gleich
seyn  müssen,  wenn  die  scheinbare  Bahn  des  Monds  wirklich ¬
  ein  gröster  Kreis  ist.  Ueberhaupt  wird  durch  dasselbe
Verfahren  die  Lage  der  Mondsbahn  gegen  die  Ekliptik  bestimmt, ¬
  und  die  Hypothese,  daß  sie  ein  gröster  Kreis  sey,
geprüft  werden  können,  dessen  man  sich  oben  (§.  30.  bis
34.)  bey  der  Bestimmung  der  Lage  der  Ekliptik  gegen  den
Aequator  bedient  hat,  wenn  man  Breite  statt  Abweichung
und  Unterschied  der  Länge  statt  Unterschied  der  geraden  Aufsteigungen ¬
  setzt.
§.  65.  Die  zwey  Punkte,  in  welchen  die  Bahn  des
Monds  die  Ekliptik  durchschneidet,  heißen  die  Knoten  (nodi), ¬
  und  zwar  derjenige,  in  welchem  er  sich  gegen  dem  Nordpol
der  Ekliptik  erhebt,  der  aufsteigende  Knoten  (nodus  ascendens), ¬
  der  andere  der  niedersteigende  Knoten  (nodus
descendens).  Jenen  bezeichnet  man  mit  Q,  diesen  mit
,  und  die  sie  verbindende  gerade  Linie  nennt  man  die
Knotenlinie.  Diese  Punkte  sind  aber  nicht  fest  am  Himmel, ¬
  wie  man  leicht  ohne  genaue  astronomische  Beobachtungen ¬
  findet,  wenn  man  auf  diejenige  in  der  Nähe  der  Ekliptik ¬
  stehende  Sterne,  z.  B.  auf  den  Regulus  («  leonis),
Achtung  giebt,  welchen  der  Mond  bey  seiner  Bewegung  begegnet. ¬
  Nach  vier  bis  fünf  Jahren  wird  man  den  Mond
in  einem  Abstand  von  5°  neben  denjenigen  Sternen  vorüber ¬
  gehen  sehen,  welche  er  vorher  bedeckte,  oder  mit  welchen
er  sehr  nahe  zusammen  kam,  und  er  wird  nun  andern  in
der  Nähe  der  Ekliptik  stehenden  Sternen  begegnen,  deren
Länge
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer