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Viertes Capitel.
Von den Bewegungen des Monds, seinen Lichtgestalten, ¬
und den Finsternissen.
§. 60. Der Mond hat mit der Sonne eine beynahe
gleiche scheinbare Größe, und zeichnet sich durch die Veränrung ¬
seiner Lichtgestalten (Phases) aus, welche nach bestimmten ¬
Perioden wiederkehren, und schon in den ältesten ¬
Zeiten zu Unterabtheilungen des Jahrs gedient haben.
Wenn der Mond kurz nach Untergang der Sonne in der
Abend=Dämmerung sich zeigt; so erscheint er in einer sichelchelförmigen ¬
Gestalt erleuchtet, und die Ergänzung der Figur ¬
zu einem Kreis hat ein bey heiterem Himmel bemerkbares ¬
mattes aschenfarbiges Licht. An dem folgenden Tag
wird er später nach der Sonne untergehen, von ihr um ungefähr ¬
zwölf Grade, von einem Fixstern aber, bey dem er
am ersten Tage befindlich war, um etwas über dreyzehn
Grade gegen Morgen fortgerückt seyn, und die Breite seines ¬
erleuchteten Theils wird zugenommen haben. Mit jedem ¬
Tag wird er um nahe 50 Min. später in den Meridian ¬
kommen, sein erleuchteter Theil wird wachsen, und,
wenn er Abends um 6 Uhr durch den Meridian geht, mithin ¬
sein östlicher Abstand von der Sonne 90° beträgt, die
Gestalt eines Halbzirkels angenommen haben, welches das
erste Viertel (Quadratura prima) heißt. Von diesem
Zeitpunkt an geht die Linie, welche den erleuchteten Theil
des Monds von dem übrigen trennt, oder die Lichtgränze,
wieder in eine krumme Linie über, welche aber nun ihren erhabenen ¬
Theil von der Sonne und dem hellen Rande des
Monds abkehrt. Geht der Mond um Mitternacht durch
den Meridian; so erscheint als eine ganz erleuchtete Scheibe, ¬
und diese Lichtgestalt heißt der Vollmond (Plenilunium). ¬
Von da an nimmt sein heller Theil nach und nach
wieder ab, wie er vorher zugenommen hatte, er erscheint
als ein Halbzirkel, wenn er Morgens um 6 Uhr durch den
Meridian geht, mithin sein östlicher Abstand von der Sonne ¬
270° und sein westlicher 900 beträgt, welches man das