Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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besteht,  der  mithin  das  Bett  der  Embryonen  aller
Thiere  ist,  wie  auch  Harvey  von  seinen  Hirschen  sagt,
dass  ihr  Embryo  zuerst  von  Eiweifs  ernährt  werde.
Die  Cicatricula  kann  daher  nirgends  anders  entstehen, ¬
  als  da,  wo  das  Eiweifs,  aus  dem  sie  besteht
und  in  dem  sie  schwimmt,  erzeugt  wird,  denn  der
Dotter  ist  ein  durch  Oel  verunreinigtes,  zu  Milch  gewordenes ¬
  Eiweifs;  dieses  aber  wird  bekanntlich  in
dem  Oviduct  abgesondert,  umwickelt  hier  erst  den
durchgehenden  Dotter,  und  bildet  so  das  vollkommne
Ei,  folglich  muss  auch  da  der  Ursprung  der  Cicatricula ¬
  zu  finden  sein.  Unter  die  Mitte  des  Eierganges
laufen  sehr  viele  Gefasse,  die  Blasius  y)  abgebildet
hat;  sie  können  füglich  Samengefasse  heifsen,  wie  die,
welche  im  Säugthier  zu  den  Blasenstöcken  und  dem
Uterus  laufen,  denn  was  sollten  sie  da,  wenn  der
Eiergang  ein  blosser  Gang  zur  Fortbringung  des  Dotters ¬
  wäre?  Das  Gefäfsnetz  ist  das  wesentliche  Organ
der  weiblichen  Geschlechtstheile  der  Vögel,  hier
strotzi  gewöhnlich  der  Uterus  von  Saften,  um  die  Cicatricula ¬
  und  um  den  beweglichen  Uterus,  das  Eiweifs
zu  erzeugen:  denn  hier  wird  es  abgesondert,  hier  umhüllt ¬
  es  den  Dotter,  und  bringt  ihm  die  Cicatricula
hinzu,  die  er  vorher  noch  nicht  besessen;  in  der
Dottertraube  ist  noch  nirgends  eine  Cicatricula,  wofür
Hartmann,  Needham,  F.  Wolf  zeugen.
Diese  wird  mithin  unabhängig  von  der  Einwirkung -
  des  Samens  durch  die  Gefafse  des  Uterus,  welcher ¬
  das  eigentliche  Homogene  des  Ovariums  der  Säugthiere ¬
  ist,  producirt,  sie  befindet  sich  etwa  in  einer
y)  Anatome  animal.  Tab.  43.  Fig.  1.
            
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