Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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leicht  möglich,  und  erklärte  daraus  die  Molen,  Unschuld ¬
  der  Mädchen  etc.
Durch  die  Beobachtungen  Harveys  wurde  die  Behauptung ¬
  des  Aquapendente,  dass  die  Chalazen  (die
Aufhangbänder  des  Dotters,  oder  vielmehr  die  Verbindungsorgane ¬
  zwischen  ihm  und  dem  Eiweifse)  der
erste  Ursprung  des  Embryo  sei,  widerlegt,  und  die
Cicatricula  als  derselbe  angegeben;  Haller  bestätigte
dieses,  und  Blumenbach  zeigt  nun,  dass  der  Embryo
nicht  aus  oder  in  der  Cicatricula,  sondern  dicht  neben ¬
  ihr  entstehe.
Durch  diese  nun  bis  zur  höchsten  Vollkommenheit ¬
  gebrachten  Versuche  ist  die  Cicatricula  als  das
graafische  Bläschen  im  Ei  erwiesen,  und  folglich  kann
sich  der  Samen  mit  nichts  anderm  verbinden,  als
mit  diesem.  Wo  diese  Verbindung  geschieht,  wäre
leicht  auszumitteln,  wenn  man  bestimmt  wüſste,  wo
und  wie  die  Cicatricula  entstehe.  Da  sie  im  innern
Eiweifse  auf  dem  Dotter  liegt,  so  kann  sie  nicht  erst
in  das  Ei  gebracht  sein,  nachdem  es  schon  zum  Theile ¬
  ausgebildet,  nachdem  schon  das  erste  Eiweifs  um
den  Dotter  sich  angelegt  hatte,  an  eine  Befruchtung
in  der  Kloake,  an  eine  Bursa  Fabricii  kann  daher
nicht  mehr  gedacht  werden.
Die  Cicatricula  ist  nach  chymischer  Analyse  Eiweissstoff, ¬
  welches  ein  neuer  Beleg  für  ihre  Homogenitat ¬
  mit  dem  graafischen  Bläschen  abgiebt,  das  nach
Graaf  w)  u.  C.  Bartholin  x)  aus  eben  diesem  Stoffe
w)  Liquor  est  albumen,  nam  coctione  eundem  colorem,  saporem ¬
  et  consistentiam  acquirit.
»)  Contentus  liquorovis  coctis  in  albumen  concrescit  —  hydatidum ¬
  liquor  coctione  non  facile  indurescit,
            
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