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durch die Schwingungen keine gute Wirkung für die Augen that. Nach einiger Zeit gelang es mir,
meinen neuern Euphons die gehörige Festigkeit zu geben, so daß sie nie, weder bei dem Spielen,
noch bei dem Transport (in einem besonders dazu eingerichteten Reisewagen unter dem Sitze),
selbst nicht einmal bei schnellem Fahren auf übeln Steinwegen Schaden gelitten haben, ich bediente
mich dazu auch besserer Stäbe von dunkelm und milchweißem Glase. In der Folge baute ich ein
Euphon auch noch auf andere Art, so daß es nicht, wie bei der erstern Bauart, schreibepultförmig,
sondern mehr tischförmig, der Resonanzboden nicht senkrecht, sondern horizontal, und die übrige
mechanische Vorrichtung nicht hinter, sondern unter den Glasstäben befindlich war. Ueber die Eigenschaften ¬
dieser Art von Instrumenten sage ich hier nichts weiter, weil solches schon in verschiedenen ¬
Zeitschriften geschehen ist, und Viele auch mein Euphon gesehen und gehört haben. Das Wesentliche ¬
dieser Erfindung besteht übrigens darin, daß ich zuerst die Idee gehabt und ausgeführt habe,
durch Streichen gläserner Stäbe (ob sie cylindrisch oder parallelepipedisch sind, ist einerlei) mit
nassen Fingern nach der Richtung der Länge einen Klang (vermittelst irgend einer mechanischen Vorrichtung, ¬
die sehr verschieden seyn kann) hervorzubringen; mithin ist kein von einem Andern, nachdem ¬
ich die erste Idee gegeben hatte, geschehener oder etwa in der Folge geschehender Bau eines solchen =
Jnstrumentes als eine neue Erfindung anzusehen.
Sowohl auf einigen mit meinem Euphon angestellten Reisen, als auch mitunter bei einem
Aufenthalte in Wittenberg bemühte ich mich immerfort, manche neue akustische Untersuchungen anzustellen =
und bekannt zu machen, die mitunter ziemlich mühsam waren, wie denn z. B. volle drei
Monate erfordert wurden, um die in meiner Schrift über die Longitudinalschwingungen, welche nur
zwei Bogen beträgt, enthaltenen Beobachtungen anzustellen und in Ordnung zu bringen.
Ein Hauptbestreben von mir war, ein Tastaturinstrument zu erfinden, auf welchem man
jeden Ton nach Belieben fortdauern und durch mehr oder weniger Drück anwachsen oder abnehmen
lassen könnte. Das Clavier (oder Clavichord), das Pianoforte, der Flügel, oder überhaupt alle
Instrumente, wo der Klang nicht durch Reibung, sondern durch Anschlagen hervorgebracht wird,
haben diese Eigenschaft schlechterdings nicht, so daß man Bindungen, synkopirte Noten und lange
Aushaltungen, wo die Töne nach dem ersten Angeben an Stärke zunehmen oder mit gleicher Stärke
sortdauern sollen, gar nicht gehörig darauf vortragen kann; sie gehören also (wie Horstig in der musikalischen =
Zeitung 1799. n. 24. richtig bemerkt) nicht unter die Singinstrumente, sondern unter die
Klanginstrumente (oder vielleicht noch passender: Klinginstrumente). Auf der Orgel kann man die
Töne zwar fortdauern, aber nicht jeden nach Belieben anwachsen oder abnehmen lassen. Jch wollte
also ein Tastaturinstrument hervorbringen, wo man die Fortdauer und das Anwachsen oder Abnehmen =
eines jeden Tones ebensowohl, wie bei allen Geigen- und Blasinstrumenten (wo man aber,
wenn nicht mehrere beisammen sind, keine volle Harmonie haben kann) in seiner Gewalt hätte. Ein
Bogenflügel hat zwar diese Eigenschaft, ich wollte aber keinen bauen, weil dieses schon von Andern
geschehen war, und weil es unmöglich ist, ein solches Instrument so klein und compendiös einzurichten, ¬
daß ich es auf Reisen in meinem Wagen bequem hätte mitnehmen können, und ich übrigens